Erfolgreiche Gespräche mit dem Jugendamt

JugendamtBei auftretenden Problemen bezüglich Umgang und Sorgerecht sind die Jugendämter verpflichtet, auch Väter unparteiisch zu beraten.
Vor dem Gespräch sollte man einen Merkzettel anfertigen mit den wichtigsten drei Punkten, die man klären will. Auch sollte man alles was man sagt vorher schriftlich festhalten und zusätzlich dem Jugendamtsmitarbeiter aushändigen oder zusenden.
Es zählen hier nur Fakten und das geschriebene Wort ! —

Eigendlich sollten die Jugendamtsmitarbeiter unparteiisch gegenüber den getrennten Eltern sein. So wie mit Vätern allerdings im Jugendamt häufig umgesprungen wird, geht es für Väter dort nicht darum, für ihre Kinder etwas zu erreichen, sondern nur darum, die Dinge nicht noch schlimmer zu machen und dem Jugendamt zu zeigen das sich hier ein Vater definitiv bemüht.  Dies sollte er auch möglichst häufig tun, auch um damit aufzuzeigen das dringender Handlungsbedarf besteht. Denn der zuständige Jugendamtsmitarbeiter berät meistens unmittelbar den Richter oder die Richterin, die in Sorgerechtsfällen zu entscheiden hat.

Eine echte Aufsichtsbehörde für das Jugendamt gibt es nicht, Qualitätssicherung im Jugendamt gibt es auch nicht, einheitliche und transparente Standards für Sachbearbeiterinnen und ihre Verfahrensweisen gibt es schon gar nicht. In Jugendämtern bilden Frauen die grosse Mehrheit, was das Verständnis von Väterproblemen nicht gerade fördert. Einige Jugendamtsleiterinnen engagieren sich sogar als aktive Radikalfeministinnen in entsprechenden Organisationen, was nicht als Hindernis für ihre amtliche Tätigkeit gesehen wird. Es gibt natürlich auch Jugendamtsmitarbeiter, die sich für das Wohl der Kinder einsetzen – reine Glückssache, an so einen zu geraten.

Wenn Tatsachen, eigene Feststellungen und Aussagen der Elternteile und Dritter nicht genau unterschieden werden, sachliche Gesprächsprotokolle nicht unterzeichnet werden, die Vater-Kind-Beziehung unterbewertet oder gar das Kindeswohl aus dem Wohl der Mutter begründet wird, kann man dem Mitarbeiter seine Bedenken mitteilen, eine Fach- oder Dienstaufsichtsbeschwerde anstrengen oder den Mitarbeiter wegen Befangenheit ablehnen. Das Jugendamt kann daraufhin einen anderen Mitarbeiter einsetzen, muss es aber nicht.
Ein Recht darauf besteht nicht. Dem Jugendamt sind ein Vater und das Kind im Wesentlichen ausgeliefert.

Die meisten Jugendamtsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sind leider immer noch objektiv parteiisch zugunsten der Mutter statt dem Kind.  Wie sich das Jugendamt verhält, erkennt man nicht sofort. Sehr häufig werden Väter mit netten Worten und einem warmen Händedruck beruhigt, eingeseift, hingehalten während dieselbe Sachbearbeiterin später eine äusserst vaterkritische jugendamtliche Gerichtsstellungnahme verfasst, in der mütterlichen Vorwürfen breitester Raum gegeben wird.
Beliebter Trick: Sie geht dem Gericht erst kurz vor dem Gerichtstermin zu, so dass der Vater im Gerichtssaal davon überrascht wird, was seine Möglichkeiten zur Richtigstellung sehr beschränkt. Sich nie dazu verleiten lassen, naiv und gefühlsmässig zu kommunizieren!

Im Gespräch selbst sollte man:

1. Konkret sagen, was man will und sich an diesen Zielen immer orientieren. Sich nicht auf Nebenwege umleiten lassen. Gespräche an den Zielen messen, nicht an “gutem Klima” oder nett klingenden Vorschlägen, die nicht den eigenen Zielen entsprechen.

2. Kommt es zu einem persönlichen Gespräch mit einer Mitarbeiterin des Amtes zu einem wichtigen Thema (z.B. Umgangsverweigerung), eine Person des Vertrauens mitnehmen, diese aber niemals als “Zeuge” bezeichnen, denn das würde das Verhandlungsklima sofort verschlechtern. Vorher anfragen, ob man eine Vertrauensperson (Freund, jemand aus einem Väterverein) mitnehmen darf, stichwortartig protokollieren und die Anwesenden darum bitten, das Protokoll zu unterzeichnen. Einen Rechtsanspruch auf Mitnahme eines Beistands ist in SGB 10, §13 Abs. 4 garantiert, auch ein Protokoll muss von Amts wegen erstellt werden. Wird das verweigert, schickt man das eigene Protokoll nach dem Gespräch ans Jugendamt. Wird nicht geantwortet, ist dies als Zustimmung zu verzeichnen. Protokolle sind besonders wichtig, wenn sich das Jugendamt schon zu Anfang parteiisch zeigt.

3. Nie schlecht über die Mutter sprechen, sie mit ihrem Vornamen bezeichnen, positive Dinge lobend erwähnen. Ist sie anwesend, sie mit Händedruck begrüssen, sie dabei ansehen. Andernfalls wird das eigene Verhalten als ablehnend klassifiziert. Wertungsfrei, kontrolliert, ruhig und bestimmt sprechen, sonst provoziert man im mütterfreundlichen Jugendamt sofort eine vorwurfsvolle Haltung. Eigene Forderungen können mit Vorteilen für die Mutter verbunden werden, so dient Umgang mit dem Kind beispielsweise der persönlichen und finanziellen Entlastung der Mutter, “die sie ja schliesslich verdient hat”.

4. Ist das Kind anwesend, sich nach einer warmherzigen Begrüssung zum Kind setzen. Innig und einprägsam, aber keinesfalls ein überzogenes Theater machen. Zuerst das Kind, dann die Ex, dann die Jugendamtsmitarbeiterinnen begrüssen, in umgekehrter Reihenfolge am Ende des Gesprächs verabschieden.

5. Immer Kooperations- und Gesprächsbereitschaft anbieten.

6. Immer vom Kind ausgehen.

7. Die Kinder mit ihren Vornamen bezeichnen, oft von ihnen sprechen. Ansonsten niemals von “meinen” Kindern, sondern von “unseren” Kindern sprechen.

8. Immer Verständnis für die Ex und ihre Situation zeigen, taktisch etwas eigene Schuld zugeben, um in besserem Licht zu erscheinen, aber die eigenen Ziele ganz konsequent verfolgen. Höflich sein, aber keine Tauschgeschäfte, kein Nachgeben.

9. Gefühle und persönliche Betroffenheit deutlich zu zeigen kann negativ ausgelegt werden. Nicht zuviel reden, nicht an Hoffnungen, “dass da jemand mal zuhört” festhalten, das bietet nur Angriffsflächen. Der Vater muss den Spagat schaffen, nicht kalt zu wirken, trotzdem keine persönliche Verlustangst, Trauer oder Schmerz durchblicken lassen, denn das würde ihm sofort bei einer Stellungnahme für das Gericht als emotionales Defizit untergeschoben. Vätern wird in opportunistischer Weise trotz dem jahrzehntelangen Dauervorwurf, Männer könnten keine Gefühle zeigen vorgeworfen, keinen “emotionalen Abstand” zu haben. Unbedachte Worte werden möglicherweise zum grossen Nachteil des Vaters in den schriftlichen Gerichtsstellungnahmen des Jugendamtes auftauchen.
Es gilt im Übrigen dasselbe wie vor Gericht.

10. Nie etwas unterschreiben, egal was. Unterlagen gegebenenfalls mit nach Hause nehmen und bei allen Entscheidungen grundsätzlich Bedenkzeit verlangen.

11. Jugendamtlichen Aussagen sehr genau zuhören, ihnen aber gesundes Misstrauen entgegenbringen.
Man kann sich niemals auf etwas verlassen, das in einem Gespräch gesagt wird.

Quelle : Trennungsfaq

3 Kommentare zu „Erfolgreiche Gespräche mit dem Jugendamt“

  • Ich habe Weblog über Google gefunden und es trifft auch genau den Themenbereich, wonach ich gesucht habe. Wie habt Ihr die Webseite optimiert, wenn ich mal so frech sein darf, zu fragen? Bei diesen Suchergebnissen muss auch Euer Traffic ganz solide sein. Kann man da schon davon sprechen, dass man merkt, dass die Mühe sich lohnt? Schöne Grüße

  • Hallo !
    Vielen Dank für Ihren Kommentar bei Wochenendvati.de.
    Ich kann mich wirklich gut einfühlen in diese für das Kind schlimme Situation.
    Versuchen Sie es mit der Erziehungsberatung des Jugendamtes.
    In einem moderierten Gespräch gibt es eventuell mehr Diskussionspunkte, die der Vater
    besser versteht, damit er zur Einsicht kommt um den Umgang und besonders die Übergabe besser zu gestalten.
    Bei Wochenendvati.de geht es ja nicht um die von Ihnen betietelten “armen zu bedauernden Väter”, sondern um die Väter, die Ihre Kinder gar nicht, oder nur selten sehen, weil viele Mütter die Beziehungsebene nicht von der Elternebene unterscheiden können und das Kind mit allen Mitteln dem Vater entfremden. Das diese falsche Einstellung bei auch bei Vätern und deren Verwandschaft vorkommt ist natürlich genauso schlimm. Diese Probleme können allerdings nur durch regelmässige Kommunikation der Eltern gelöst werden. Eigendlich hat der Vater die Pflicht das Kind zur Mutter rechtzeitig zurückzubringen. Das Sie trotzdem sich auf den Weg machen, um Ihr Kind abzuholen kann Ihnen nur sehr hoch angerechnet werden.
    Vielleicht wäre auch ein neutraler Ort wie z.B. der Kindergarten eine bessere und besonders friedlichere Lösung für die Übergabe.
    Ich wünsche Ihnen im Interesse Ihres Kindes viel Geduld und Kraft.

    Mit freundlichen Grüßen,
    A.Preuß

  • hunstock barbara:

    Hallo,

    lese seit wochen alle möglichen Berichte über
    scheidungskinder und die armen väter, immer nur
    die väter sind die leidtragenden. Die Leidtragenden sind aber immer die Kinder – Punkt!Aber was ist mit den Väter die in ihrer Ehre gekränkt sind nur Frust schieben, sich von mutter und geschwistern aufwiegeln lassen und dann beim umgangsrecht mit dem eigenen kind dieses manipulieren und von der ganzen verwandschaft aufhetzen lassen. Die ihr kind zwar pünktlich (3Jahre) am samstag um 8.00 abholen und am sonntag um 20 Uhr zurückbringen oder um die mutter zu tyranisieren kurz 20.00 anrufen das kind möchte nicht nach hause. Die ganze verwandschaft väterlicherseits gewehr bei fuß steht wenn dann die mutter das kind selbst abholen muß und diese dann auch noch beschimpfen. Die armen Väter. Danke mir reicht es jetzt mit den armen Vätern.

    mit freundlichen grüßen
    b.hunstock

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