Weihnachten fällt schon wieder aus

Zumindest für viele Kinder und Väter in Deutschland fällt Weihnachten dieses Jahr wieder aus. Auch in diesem Jahr werden tausende Kinder wieder Weihnachten ohne ihren Vater oder ihre Mutter verbringen. Diese Väter und Mütter dürfen ihre Kinder trotz Unterhalt nicht sehen und einige nicht einmal Telefonieren oder Geschenke überbringen .

Vorgestern am Samstag, dem 11.09.2010 um 11:00 Uhr war es wieder soweit.
Die blauen Weihnachtsmänner versammelnten sich zusammen mit Müttern, Großeltern, Kusinen und Kusins, Onkeln und Tanten, Halbgeschwister und auch betroffene Kinder vor dem Jugendamt “Auf dem Michaeliskloster” in Lüneburg um für die gleichen Rechte der Kinder auf Vater und Mutter zu demonstrieren.

Bei schönem Wetter haben sich rund 120 Teilnehmer zum Demonstrieren versammelt. Im Focus stand die Anwendung des Kindschaftsrecht in Familiensachen. Viele Richter halten die Gesetze nicht ein und ermöglichen so einem Elternteil die Entfremdung der eigenen Kinder gegenüber dem Expartner. Hiervon sind auch Großeltern betroffen. So skandierten die Teilnehmer durch die Lüneburger Innenstadt mit dem Spruch: “Wir sind hier, und ganz laut, weil man uns die Kinder klaut!”
Der Rahmen der Demo wurde von einer Gitarrengruppe aus Boizenburg gebildet, Nach dem Schauspiel “Scherben des Lebens” nagelte die Gruppe Blauer-Weihnachtsmann.de die Thesen der Kinderechtskonvention an die Türe des Jugendamtes in Lübenurg.
Dann ging es weiter durch die Innenstadt zum Sande. Hier sagen die Demonstranten Weihnachtslieder mit veränderten Texten. Vor dem Gericht in Lüneburg wurde dann das Schauspiel “Der falsche Richter” aufgeführt.

Neben der Lüneburger Landeszeitung war auch ein Team vom NDR vor Ort, um Teile der Demo für einen Bericht einzufangen.

Väter fühlen sich im Stich gelassen
Regelmässig erleben Väter in Deutschland, daß Mütter den Vätern nach einer Scheidung verweigern, das gemeinsame Kind zu sehen, obwohl ihnen dafür in der Regel jedes zweite Wochenende zusteht.
Die Väter freuen sich auf ihre Kinder. Wenn sie dann feststellen müssen, dass es nicht am vereinbarten Treffpunkt erscheint, ist die Enttäuschung groß. Dabei habe das Kind laut einer Unesco-Konvention das Recht auf den Kontakt zu beiden Elternteilen. Weil nach einer Trennung bislang in den meisten Fällen die Mutter das Sorgerecht über die gemeinsamen Kinder erhalte, sei ein Vater auf das Entgegenkommen seiner früheren Partnerin angewiesen.
Nicht immer aber ist diese kooperativ. Fordern Betroffene dann ihr Besuchsrecht ein, fühlen sich viele von den Behörden nicht ernst genommen. Die blauen Weihnachtsmänner üben hierüber harsche Kritik.

Sucht ein Vater Hilfe, klopft er beim Jugendamt, welches zunächst Verstösse gegen das Besuchsrecht behandelt, an. Mehr als Achselzucken habe man dort oft nicht für einen Mann übrig, der sein Besuchsrecht einfordere. Weigere sich die Mutter vehement, könne man auch nichts machen, heisse es.

[avhamazon locale=”DE” asin=”3473347280″ linktype=”pic-text” picsize=”medium”]Wenn am Adventskranz die erste Kerze brennt, wird es Zeit für Geschichten und Gedichte. Ursel Scheffler erzählt in diesem wunderbaren Buch ihre schönsten Winter- und Weihnachtsgeschichten: vom Schneemann, der auf die Rutschbahn wollte, vom Geschenk für den Nikolaus und der Post für den Weihnachtsmann, vom Christbaum und dem Stern von Bethlehem, vom Kind in der Krippe und von den Heiligen Drei Königen.[/avhamazon]
In deren Bewertung, die unparteiisch sein muss, gehe es primär um das Interesse des Kindes. «Leider gibt es immer wieder Fälle, wo die gescheiterte Beziehung und die gemeinsame Elternschaft nicht auseinandergehalten werden».  Gerade die konfliktträchtigen Fälle sind in den vergangenen Jahren angestiegen. Der Väterverein “Väteraufbruch für Kinder e.V.” erlebt im Jahr sehr viele Fälle, bei welchen die Mutter das Besuchsrecht systematisch verweigert. In ganz Deutschland und auch der Schweiz beschreiben Vätervereine den Kampf für die gemeinsame Elternschaft auch als Kampf gegen den Staat. Das Besuchsrecht einzuklagen, sei so gut wie aussichtslos und nur in wenigen Fällen erfolgreich, heisst es. Das Strafgesetz sieht vor, dass beide Elternteile das Besuchsrecht gewähren müssen – bei Verstössen drohen Bussen. Doch kaum eine Mutter werde gebüsst. Das Jugendamt betont, dass die Mittel zur Intervention begrenzt seien: «Wenn eine Frau nicht will, dass ein Vater sein Kind sieht, kann man sie nicht daran hindern». «Wir können nicht eine Frau aus ihrem Haus weisen, damit der Vater sein Kind besuchen kann», «da macht kein Richter mit.» Seien die geschiedenen Väter damit unzufrieden, müssten sie politisch aktiv werden. Aus diesem Grund werden die Vätervereine trotz Erfolgen weiter lobbyieren. Man müsse gar nicht mit Menschenrechten argumentieren, in erster Linie gehe es um gesunden Menschenverstand. «Ein Kind hat ein Anrecht auf beide Eltern».

Quelle: Blaue Weihnachtsmänner

3 Kommentare zu „Weihnachten fällt schon wieder aus“

  • Wuppi:

    Bin selber Deutscher DIN-Norm “Zahlpapa” der sein 4-jährigen Sohn alle 14 Tage sieht. Meine Erfahrungen mit den Jugendamt sind schlecht.. “Sie sehen Ihr Kind so oft wie Ihre Frau es möchte !” so ein Jugendamtmitarbeiter zu mir. Weihnachten fällt also auch weg….

  • Danke sehr an den Webmaster.

    Gruss Nadja

  • Das ist wirklich eine Schande, dass viele Eltern ihre Streitigkeiten auf dem Rücken ihrer Kinder austragen. Wenn man zusammen Kinder bekommt, sollte man sich soweit verstehen, dass die Kinder nicht darunter leiden.

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