Väter – Eine moderne Heldengeschichte

Ist es wirklich so schwer, Vater zu sein? Der eine Teil der Gesellschaft wünscht ihn schwächer, der andere stärker. Kein Wunder, dass es viele Männer inzwischen dankend ablehnen, eine Familie zu gründen und Vater zu werden.
Aus der historischen Vogelperspektive liefert Prof. Dieter Thomä, unter den Philosophen der Spezialist für Familienfragen, neue Argumente für die immer noch aktuelle Debatte über gutes und schlechtes Vatersein.
Prof. Dieter Thomä von der Universität St. Gallen, spricht vom Vater als Türöffner der Welt, der eine besondere Farbe ins Spiel des Lebens bringt, “die für die Neugier, mit der man die Welt entdeckt, steht, aber auch für den unbedingten Schutz und Rückhalt, den man bei dieser Entdeckungsreise benötigt.” —
Allen Vätern und jenen, die noch Väter werden könnten, empfiehlt er Gelassenheit. Denn die Schlachten um das Familienoberhaupt sind geschlagen.

Dieter Thomä hat eine Kulturgeschichte der Vaterfigur vom Beginn der Moderne bis heute geschrieben. Er zeichnet darin den Niedergang des Patriarchats nach und stellt die vielen und oftmals problematischen Vaterfiguren und Vaterideale der letzten 300 Jahre dar. Er hat damit ein wunderbares Plädoyer für die Vaterschaft geschrieben.

Thomä lässt die immer wieder wechselnden Vater- und Familienbilder anschaulich und mit großer schreiberischer Leichtigkeit Revue passieren, er zeigt, wie sich gewisse Muster und Ideen immer wiederholen – vom strengen Vater zum abwesenden Vater zum gar-nicht-Vater zum Wunschvater und zurück. Dabei kann er nicht nur klassische Philosophen und Schriftsteller zitieren, sondern auch die Zeitschrift “Gala” und den Rapper Snoop Dogg.

Durch das ganze Buch zieht sich trotz der Darstellung so vieler problematischer und schwieriger Vaterideale ein unaufgeregtes Plädoyer für die Vaterschaft und die Vaterrolle hindurch, das selbst ohne große idealistische Schwünge auskommt. Mit lockeren Handgriffen und angenehm gesundem Menschenverstand rückt Thomä immer wieder vor dem historischen Hintergrund die hoch aufgeladenen zeitgenössischen Debatten um Elternschaft, Väter, Mütter und Kinder gerade, benennt die Angst vor Kinderkrippen als “bornierte Panikmache” oder lässt mit mildem Spott die Reden von der “guten alten Kleinfamilie” an den geschichtlichen Tatsachen zerschellen. Thomä findet weder, dass Männer wieder “Männer” werden müssen, noch dass eine ausgeglichene Verteilung von Kindererziehung und Haushaltsaufgaben zur “Verweiblichung” des Mannes führen muss oder soll. Der Vater als Herrscher ist längst von der Geschichte abgeschafft; der Vater als Erzieher, als Vorbild und als Träger von Autorität für seine Kinder, ist immer noch eine Herausforderung an jeden Einzelnen. Aber dass es schön ist, Vater zu sein, daran besteht für Thomä kein Zweifel.

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