Wie helfe ich meinem Kind bei Konzentrationsproblemen?

In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit sind immer mehr Kinder nicht in der Lage, länger als zehn Minuten still zu sitzen, sich zu konzentrieren und nicht ständig neue Wünsche zu äußern.
Das hat auch damit zu tun, dass Eltern heute auf Grund ihrer modernen Erziehungseinstellungen immer schneller auf das kleinste Bedürfnis der Kinder reagieren, manchmal auch bloß einfach deshalb, weil sie durch ihren privaten und beruflichen Alltag überlastet sind und endlich ihre Ruhe haben wollen.
In einem solchen Umfeld können Kinder aber nicht lernen, in ihrer inneren Lebenswelt einmal Ordnung zu schaffen. — Es gibt nur ganz wenige Kinder, die sich überhaupt nicht konzentrieren können. Meist können wir beobachten, dass sich Kinder in speziellen Situationen ganz gut konzentrieren, z.B. beim Spielen, in anderen Situationen hingegen nur recht eingeschränkt, z.B. bei den Hausaufgaben.
Wenn man wissen will, ob sich das Kind konzentrieren kann, dann beobachtet man es einmal in verschiedenen Situationen: Beim Spielen, beim Musik hören, bei Hausaufgaben, die es gerne macht und bei solchen, die es weniger gerne erledigt. Ist das Kind vor dem Fernsehapparat unruhig und zappelig oder kann es hier ganz ruhig sitzen und den Film verfolgen. Nur wenn man keine einzige Situation findet, in der sich das Kind über einen begrenzten Zeitraum (ca. 15 Minuten) intensiv mit einer Sache beschäftigen kann, ohne sich selber abzulenken, könnte bei dem Kind eine gestörte Konzentrationsfähigkeit vorliegen.

Die Ausrichtung der Aufmerksamkeit ist ein aktiver Steuerungsprozess (im Gegensatz zum Träumen oder Schlafen). Diese Steuerung erfordert viel Energie. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Zeitspanne, in der Kinder ihre Aufmerksamkeit voll ausrichten können, recht gering ist. Auch beim Spielen sind die Kinder nicht über einige Stunden hinweg voll bei der Sache, aber hier fallen die Konzentrationsschwankungen nicht auf, weil sie sozusagen mit ins Spiel eingebunden werden: Die Kinder verändern das Spiel, lösen sich gegenseitig in den Spielrollen ab, lassen ihren Gedanken freien Lauf, beziehen neue Ideen ins Spiel mit ein usw.

Bei den Hausaufgaben oder in der Schule ist das anders. Hier wird der Verlauf meist vorgegeben oder von anderen bestimmt. Hinderlich wirkt hier vor allen Dingen der festgelegte Zeitrahmen. Jüngere Kinder können sich in der Regel noch nicht lange konzentrieren (ca. 15 Minuten).
Erwachsene verfügen demgegenüber schon über eine ausgeprägte Konzentrationsphase (ca. 90 Minuten). Der 45/90 Minutentakt in der Schule entspricht also eher der Konzentrationsspanne der Lehrerinnen und nicht so sehr der Fähigkeit der Kinder. Als Messlatte kann man daher nicht die Konzentrationsspanne der Erwachsenen annehmen, sondern müssen von einem Vergleichswert für Kinder ausgehen.

Aufmerksamkeit ist keine Fähigkeit, die Kinder so einfach mit auf die Welt bringen, sondern ein Reifungs- und Lernprozess, d.h., eine Haltung, die sie beim Spielen und in der Schule erst lernen. Zwar bringen fast alle Kinder die Grundfähigkeit zur Aufmerksamkeitsausrichtung mit auf die Welt, die Intensität und Dauer ist jedoch ein langer Lern- und Reifungsprozess.  Bezogen auf die Dauer und Intensität, mit der ein Kind seine Aufmerksamkeit ausrichten kann, gibt es auch zwischen den Kindern große Unterschiede.

Das Gehirn lernt im Laufe der Entwicklung von sich aus, die Umweltreize zu filtern. Nicht alles, was man hört, wird für die aktuelle Tätigkeit gebraucht. “Filterzentren” im Gehirn (Thalamus, limbisches System) blenden aus, was für die gesamte aktuelle Situation unwichtig scheint. Diese aktive Steuerung, also die Fähigkeit zur Reizselektion, ist ein Reifungs- und zugleich langer Lernprozess.

Es gibt viele weitere Wege, Konzentration, Ausgeglichenheit und Entspannung zu lernen und die Konzentrationsfähigkeit bei Kindern weiterzuentwickeln. Welcher Weg zu einem Kind passt, muss das Kind letztlich selbst herausfinden. Eltern können wir ihren Kindern zwar verschiedene Wege aufzeigen und ausprobieren lassen. Dabei sollte man immer beachten, dass wenn Erwachsene davon sprechen, dass sich ein Kind nicht konzentrieren kann, sehen sie dies aus dem Blickwinkel der Erwachsenen und überschätzen die Zeitspanne, in der sich Kinder konzentrieren können und unterschätzen die Wirkung der situativen Einflüsse auf die Konzentrationsfähigkeit. Dass sich Kinder gern von inneren und äußeren Reizen ablenken lassen, ist völlig normal. Erst mit zunehmendem Alter erhöht sich die Fähigkeit, konzentriert an der Lösung einer Aufgabe zu arbeiten, wobei Konzentrations- und Entspannungsphasen einander abwechseln. Jüngere Kinder brauchen Bezugspersonen, die ihnen dabei helfen, nach der Erholungsphase erneut eine Konzentrationsphase einzuleiten.

Tipp: Da Kinder sehr viel durch Nachahmung lernen, sollten Eltern selber Tätigkeiten, wie ein Telefongespräch oder das Lesen der Zeitung, nicht von ihrem Kind unterbrechen lassen. Eltern sollten daher darauf bestehen, laufende Tätigkeiten auch zu Ende führen zu können. Im Gespräch mit dem Kind sollte man sich auch niemals durch das Klingeln des Handys unterbrechen lassen. Aber auch das Kind sollte nicht bei seinen Tätigkeiten gestört werden.

Konzentration ist nämlich keine Eigenschaft, die immer und jederzeit verfügbar ist, sondern eine Fähigkeit, die in besonderem Maße von der jeweiligen Situation abhängt. Es ist jedoch nicht allein die aktuelle Situation, auch das Thema oder die Sache, mit der sich ein Kind beschäftigt, beeinflusst seine Konzentration. Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf eine Sache auszurichten, hängt von vielen Bedingungen ab:

  • von der Sache – Ist die Sache für interessant oder eher eine langweilige Pflichtaufgabe?
  • von der aktuellen Stimmung – Fühlt man sich heute wohl oder hat man Sorgen und Ängste?
  • vom Können – Macht die Arbeit Spaß, kann man das, oder ist es eher unangenehm, hat man dabei Schwierigkeiten?
  • von der Umgebung – Was passiert gerade rundherum? Ist das viel interessanter und spannender?

Tipp: Eltern jüngerer und älterer Kinder verplanen deren Nachmittage oft in bestem Glauben, ihren Nachwuchs zu fördern und ihnen damit etwas Gutes zu tun. Doch Kinder brauchen freies Spielen, denn alle spielerischen Aktivitäten sind für deren Entwicklung unverzichtbar, etwa für den Spracherwerb sowie für das Ausbilden sozialer Kompetenz und für die Fähigkeit, Probleme zu lösen. Aus Untersuchungen weiß man, dass das sich entwickelnde Gehirn viel mehr gefordert und gefördert werden, wenn Kinder ihr Spiel selbst gestalten.

Ob Kindern die Konzentration gelingt, hängt auch von der Tageszeit ab: Am Abend oder schon am Nachmittag, wenn ein Kind müde ist, sinkt die Konzentrationsfähigkeit, denn ein Kind braucht Energie dazu. Bevor man sich Gedanken darüber macht, ob ein Kind Konzentrationsprobleme hat, sollte man es mehrmals bei seinen Tätigkeiten beobachten: Arbeitet es sorgfältig? Hält es Schwierigkeiten aus oder verzweifelt es schnell? Ist das Kind müde oder verärgert? Oder bin ich als Elternteil zu ungeduldig, weil ich etwas vor habe.

Die Aufmerksamkeit gezielt auf etwas zu lenken und dann auch dabei zu bleiben ist keine Frage der Intelligenz. Konzentration ist wie einen Scheinwerfer, der sein Licht immer gerade dorthin wirft, wo es gerade gebraucht wird. Die restliche Umgebung wird bei der Konzentration aber immer nur vorübergehend ausgeblendet, sie kann und soll sich aber im nächsten Augenblick schon auf einen ganz anderen Ort beziehen. Diese eingeschränkte Aufmerksamkeit ist ein wichtiger Überlebensmechanismus der Evolution, denn sich im richtigen Moment ablenken zu lassen ist letztlich genauso wichtig wie sich im richtigen Moment zu konzentrieren. Niemand wird weiter den Teig rühren, wenn die Milch am Herd überkocht.

Das Wechselspiel von Aufmerksamkeit und Konzentration ist so komplex, dass dafür kein bestimmtes Areal im Gehirn existiert, in der diese Fähigkeiten fest verortet sind, vielmehr baut sich die Konzentration als Netzwerk von An- und Entspannung bzw. Wahrnehmung und Erinnerung auf. Eine wichtige Aufmerksamkeitsschwelle ist das Kurzzeitgedächtnis, denn aus den Millionen Eindrücken, die ununterbrochen über unsere Sinnesorgane – die selber schon eine Auswahl an den angebotenen Reizen vornehmen – an das Gehirn weitergeleitet werden, sortiert es den größten Teil aus und lässt ihn erst gar nicht ins Bewusstsein dringen. Informationen werden nur so lange gespeichert, wie wir sie benötigen.

Konzentrationsfähigkeit muss erlernt und regelmäßig geübt werden. So fördern viele Gesellschaftsspiele die Konzentration. Man muss sich daher Zeit nehmen, mit dem Kind in Ruhe zu spielen oder zu basteln, wobei man eine angenehme Atmosphäre ohne Fernseher, Kassettenrekorder oder ähnlicher Berieselung schafft. Überhaupt wird im Spielen die Grundlage für die spätere Konzentrationsfähigkeit gelegt. So sollte das Spielzeugangebot im Kinderzimmer überschaubar bleiben, tägliche konzentrationsfördernde Spiele oder Übungen steigern die Aufnahmefähigkeit eines Kindes, wodurch eine Steigerung des Selbstwertgefühls, der Leistung, der Aufgeschlossenheit ereicht wird. Allerdings sollte das kindliche Spiel niemals als “Vorschule” mit Zwängen und Vorschriften verbunden sein.

Trotzdem, dass Eltern womöglich über sämtliche Lerntipps zur Steigerung der Konzentration aufgeklärt sind, ist es ihnen in heutigen Zeiten nicht immer möglich tagtäglich diese Tipps umzusetzen. Je nach Alter des Kindes, sind die meisten Eltern berufstätig, weshalb es vor allem wichtig ist, dass die Kinder ab einem gewissen Alter selbständig in der Lage sind Lerntipps anzuwenden. Da nicht jeder über die pädagogische Vorbildung und das entsprechende Feingefühl verfügt, sind Veranstaltungen für Kinder besonders empfehlenswert. Dabei lernen sie innerhalb einer kleinen Gruppe gemeinsam mit anderen, auf bestimmte Umstände zu achten. Sie können erörtern was man falsch machen kann, sich austauschen was ihnen am besten hilft und beispielsweise einfache Shiatsu-Massagen üben.

Sauerstoff und Flüssigkeit

Um uns zu konzentrieren, brauchen wir viel Sauerstoff und einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt. Lüften Sie das Kinderzimmer kräftig durch, bevor Ihr Kind mit den Hausaufgaben beginnt. Stellen Sie ihm eine Flasche Mineralwasser (kein Saft, keine Limonade) auf den Schreibtisch, damit es ausreichend trinkt. Unser Gehirn braucht zum Arbeiten Zucker und Sauerstoff. Dabei kann unser Körper jedoch nur Einfachzucker (Glucose) verwerten, wie er in Obst und Gemüse zu finden ist. Süßigkeiten und der normale Haushaltszucker dagegen sind schädlich und für den Aufbau der Konzentration abträglich.

Achten Sie daher darauf, dass Ihr Kind dann, wenn es sich konzentrieren soll (in der Schule, vor den und während der Hausaufgaben) keine Süßigkeiten isst oder Limonade trinkt. Obst (Äpfel, Weintrauben, Bananen, Rosinen) stellen demgegenüber vom Gehirn direkt verwertbaren Zucker in ausreichenden Mengen zur Verfügung. Manche Kinder reagieren auf Phosphate oder auf Zucker mit gesteigerter Aktivität und Konzentrationsstörungen. Wenn sich ein Kind auch in angenehmen Situationen nicht über wenige Minuten konzentrieren kann, sollten Sie den Rat von Fachleuten einholen.

Auge und Ohr

Auch das Auge braucht Ruhe, wenn wir uns konzentrieren wollen. In diesem Bereich unterscheiden wir Erwachsene uns von den Kindern. Wir brauchen Ordnung, um unsere Aufmerksamkeit ausrichten zu können. Kinder können auch noch in einem “gesunden Chaos” in aller Ruhe spielen. Dennoch: Achten Sie bei den Hausaufgaben darauf, dass der Arbeitsplatz frei ist von ablenkenden Spielsachen. Es ist hier nicht so sehr die visuelle Ablenkung, die stört, als viel mehr der Aufforderungscharakter, der von den vielen Spielsachen ausgeht. Ein Kind, das nicht gerne Hausaufgaben macht, wird sich vom Spielzeugauto, dem Kanarienvogel oder den Puppen auf dem Schreibtisch leicht ablenken lassen.

Innere Ruhe

Nicht nur das Auge und die Ohren, auch die Seele braucht Ruhe und Ausgeglichenheit. Stress und Anspannung sind keine guten Konzentrationshelfer. Streit und Sorgen in der Familie stören die Konzentration genauso wie lang andauernde Misserfolge. Tragen Sie durch Ermahnungen und Strafen nicht zusätzlich zu einer Steigerung dieser Anspannungen bei. Ein Kind braucht Lob und Anerkennung dann am dringendsten, wenn es dies am wenigsten verdient hat! Ihr Schimpfen nach einer schlechten Klassenarbeit ist also wenig hilfreich und kaum geeignet, dass sich Ihr Kind mit neuer Energie konzentriert an die Hausaufgaben oder zusätzliches Uben heranmacht.

Auch Musik hören, z.B. eine Entspannungs-CD (rechts zwei aus wissenschaftlicher bzw. fachpsychologischer Sicht empfehlenswerte Beispiele) oder das Hörspiel von der Kassette sind gute Möglichkeiten, die Gedanken abzuschalten und die Ausrichtung der Aufmerksamkeit zu lernen. Dazu gehört natürlich, dass die Kinder sich hierbei nur mit der Musik oder der Kassette beschäftigen und nicht gleichzeitig mit anderen Dingen beschäftigt sind.

Besonders gut geeignet ist auch das Vorlesen. Zum Aufbau von Konzentrationsfähigkeit gibt es kaum etwas Besseres, als den Kindern Geschichten zu erzählen und etwas vorzulesen.

In diesen Beispielen wird die Entspannung über die Ausrichtung der auditiven Wahrnehmung erreicht. Auch hier ist die Ausschaltung der Motorik (gemütlich im Bett liegen oder im Schaukelstuhl sitzen) von ganz wesentlicher Bedeutung.

Lernen bei Musik?

Man weiß aus Untersuchungen, dass eine gleichmäßig laute Umgebung unaufmerksame Kinder beim Lernen unterstützt, wobei die Konzentrationssteigerung wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass Lärm das Gehirn insgesamt auf aktiviert. Kinder mit Konzentrationsschwäche konnten sich in Versuchen bei Lärm mehr Wörter merken als in absoluter Stille, während es bei Kindern ohne Konzentrationsschwäche umgekehrt war. Das Gehirn lernt also offensichtlich besser, wenn es während des Lernens mit Geräuschen stimuliert wird, wobei eine gleichmäßige Geräuschkulisse das Aktivierungsniveau hebt, ohne abzulenken. Wer einmal mitten in der Nacht zu lernen versucht hat, weiß, wie schwierig es ist, in “absoluter” Stille sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren.

Da tagsüber zahlreiche Geräusche (Straßenlärm, Vogelgezwitscher, Menschen) eine Art Klangteppich schaffen, der die Konzentration fördert, ist Musik beim Lernen nicht wirklich notwendig. Allerdings kann bei manchen Kindern geeignete Musik das Lernen ein wenig unterstützen. Hilfreich ist Musik, die etwa 60 Schläge pro Minute aufweist, da dies in etwa dem Herzschlag eines Menschen im entspannten Zustand entspricht. Musikstücke, die sich zum Lernen eignen, sind daher vor allem langsamere klassische Stücke, wie z.B. Barockmusik. Die persönliche Einstellung und die Erfahrungen, die ein Kind mit Musikhören gemacht hat, sind aber Ausschlag gebend dafür, ob beim Lernen Musik förderlich oder eher hinderlich ist. Es ist für Eltern gar nicht so einfach herauszufinden, ob ein Kind Musik beim Lernen wirklich als Unterstützung empfindet oder etwa nur das Verhalten seiner Freunde imitiert. Bis ein Kind in die Pubertät kommt und seine eigenen Vorstellungen diesbezüglich durchsetzt, liegt es im Aufgabenbereich der Eltern, die Wirkung von Musik bei Hausaufgaben oder beim Lernen herauszufinden. Soll sich ein Kind Vokabeln einprägen oder das Einmaleins auswendig lernen, so kann es durchaus sinnvoll sein, diesen Stoff im Takt einer bestimmten Musik mehrfach zu wiederholen. Durch die Kopplung des Rhythmus der Musik mit der Vokabel ist der Behaltenseffekt bei manchen Kindern größer. Dieses Wissen machen sich einige Verlage zu Nutze und bieten englische oder französische Übungen mit musikalischer Begleitung an. Beim Auswendiglernen oder beim mechanischen Lösen von Aufgaben kann Musik also die Motivation aufrechterhalten und der Langeweile vorbeugen. Anders verhält es sich, wenn ein Kind sich Lerninhalte aktiv erarbeiten muss. Um z.B. einen Text konzentriert zu lesen und dann eine Nacherzählung zu schreiben, braucht es seine ganze Aufmerksamkeit. Selber denken und entdecken lässt wenig Raum, um sich gleichzeitig auf andere Dinge zu konzentrieren. Schwierige, laute oder anstrengende Musik mit anspruchsvollen Texten stört beim Lernen generell. Manche Kinder sind jedoch selber so unruhig und angespannt, sodass eine ruhige, entspannende und meditative Hintergrundmusik eine beruhigende Atmosphäre erzeugen kann, in der sich das Kind besser konzentriert. Die Musik selbst wird dabei gar nicht bewusst wahrgenommen. Nicht alle Kinder profitieren von Musik beim Lernen, manche werden dadurch nur abgelenkt, wobei dies besonders auf auditive Lerntypen zutrifft, die sich von Geräuschen ablenken lassen. In den Lernpausen, die Schülerinnen und Schüler altersgemäß einlegen sollten, hilft aber Musik manchmal, neue Energie zu tanken.

Konzentration über die Motorik

Das Tanzen ist eine weitere Möglichkeit, Konzentrationsfähigkeit zu entwickeln, denn wenn sich Kinder nach einer Musik bewegen, werden die visuellen und akustischen Reize auf diese Bewegung hin ausgerichtet. Dabei trägt und sammelt der Rhythmus die Wahrnehmung. In der Diskothek kann man sehr gut beobachten, wie sich die Jugendlichen im Tanzen verlieren und alles um sich herum zu vergessen scheinen.

Beim Reiten lernen Kinder, die Aufmerksamkeit voll und ganz auf das Pferd und seine Bewegungen auszurichten. Trotz der großen Anstrengung entsteht ein Gefühl des Wohlbehagens und der Ausgeglichenheit.

Shiatsu Körperübungen

Mit der japanischen Fingerdruckmassage Shiatsu oder auch den diese begleitenden Körperübungen können manche Kinder profitieren, denn sie erfahren dabei eine tiefe Entspannung, die es ihrem Körper ermöglicht, sich zu regenerieren und sich dadurch besser zu konzentrieren. Darüber hinaus wird durch die Berührungen die Wahrnehmungsfähigkeit gesteigert, Reize werden besser weitergeleitet und Informationen intensiver aufgenommen, sodass Angst, Anspannung und Aggressionen abnehmen können.

Als Beispiel eine kleine Übung: Das Kind setzt sich in den Schneidersitz und kreuzt die Arme. Mit den Händen umfasst es dabei jeweils das gegenüberliegende Knie. Beim Ausatmen langsam nach vorne beugen, Kopf locker hängen lassen. Mit dem Atmen weiter in die Dehnung gehen. Wieder aufrichten. Bei den Wiederholungen Arme und Beine jeweils andersherum überschlagen. Diese Übung kann das Kind so oft wiederholen, wie es ihm gut tut. Die Entspannung wird noch verstärkt, wenn man eine beruhigende Musik dazu laufen läßt. Nach der Übung sollte das Kind aber nicht gleich aufstehen, sondern sich langsam erheben, denn der Kreislauf muss sich wieder aus dem Entspannungszustand kommend umstellen.

Übungen in Abhängigkeit vom Sinnesgebiet

Empfehlenswert sind u.U. auch getrennte Konzentrationsübungen für die verschiedenen Sinne, um Kinder mit unterschiedlichen Lernpräferenzen anzusprechen. Hier z.B. auditiv:  Für eine Minute lang ist das Kind ganz leise und achtet auf alle Geräusche, die es trotz Stille hört (die gurgelnde Heizung, den Rasenmäher draußen, das Magenknurren von Mama usw.). Anschließend soll das Kind seine Eindrücke erzählen. Bewährt ist auch das Bilddiktat: Geben Sie dem Kind ein leeres Blatt Papier, auf dem es nun nach Vorgaben ein Bild zeichnen soll (z.B. Male rechts oben eine Sonne hin! Darunter ist ein Baum, an dem vier Äpfel hängen. Ein Kind mit einem Korb pflückt diese Äpfel …).Nehmen sie vielleicht als Vorlage für die Ansage ein facettenreiches Bild aus einem Bilderbuch oder auch einer Illustrierten. Für visuelle Kinder vielleicht das aus Fernsehsendungen bekannte Dalli-Klick-Spiel, bei dem man ein Bild mit Papierschnipsel abdeckt und diese nach und nach entfernt. Das Kind soll versuchen zu erraten, worum es sich handelt. Bei der Übung Was fehlt? legt man 5-8 Bilder auf den Tisch, die das Kind sich in Ruhe anschauen und einprägen soll. Dann geht das Kind vor die Tür oder dreht sich um, während man eine Bildkarte entfernt und das Kind soll erraten, welches Bild fehlt und es nach Möglichkeit auch beschreiben. Für motorisch orientierte Kinder kann man mit einer Trommel, einem Tamburin oder auch durch Klatschen der Hände einen Takt vorgeben, zu dem das dann einen Schritt machen darf, wenn es das Schlagen hört. Dazu variiert man dabei das Tempo und die Lautstärke, sodass das Kind spielerisch sich dem Rhythmus anpassen kann. Motorische Kinder sprechen auch Mitmachgeschichten an, bei denen man dem Kind eine Geschichte erzählt oder vorliest. Dann bestimmt man einige Wörter in der Geschichte, bei denen das Kind eine bestimmte Aktivität setzen sol, etwa aufstehen, sich hinknien oder den Arm in die Höhe strecken. Durch diese motorischen Übungen unterstützt man auch den Bewegungsdrang der Kinder und übt gleichzeitig die Fähigkeit des genauen Zuhörens.

Eine wesentliche Grundlage für effektives Lernen sind Konzentration und ein gutes Gedächtnis. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können durch einfache Gedächtnisübungen üben, auch in anderen Situationen konzentriert und aufmerksam zu sein. Versuchen Sie vielleicht mit Ihrem Kind diese einfache Gedächtnisübung: Ihr Kind soll sich spielerisch an einen bestimmten Zeitraum erinnern, z.B. die letzten 5 Minuten, eine jüngst unternommene Autofahrt, die Geburtstagsfeier eines Freundes, ein bestimmtes Erlebnis aus dem letzten Urlaub oder auch Alltägliches wie das gemeinsame Frühstück. Das Kind soll nun diesen Zeitraum so genau wie möglich wiedergeben, wobei es die genaue Reihenfolge einhalten und die erinnerten Abläufe oder Tätigkeiten im Detail schildern soll. Auch die dabei erlebten Gefühle und Stimmungen sollte es wiedergeben. Wiederholte Übungen über einige Wochen verbessern dann die Erinnerungsfähigkeit, wobei man durchaus dieselben Ereignisse mehrmals erinnern kann. Ein Kind kann aber auch Geschichten erzählen oder nacherzählen, Handlungen erfinden, die von Familienmitgliedern weitergesponnen werden oder Gedichte lernen, z.B. nach Rap-Musik.

Gedächtnisübungen auf spielerische Art

Fordern Sie Ihr Kind auf, nach dem Kochen in der Küche aus den herumliegenden Gegenständen und Zutaten heraus zu lesen, was es heute zu essen geben wird. Oder lassen Sie die Schultasche der Bruders oder der Schwester – natürlich nur mit deren Einverständnis – durchsuchen. Vielleicht helfen dabei folgende Fragen: Welche Fächer gab es an diesem Tag? Ist etwas Besonderes geschehen? Hat es seine Jause gegessen? Bei einer Baustelle am Wochenende kann man vielleicht fragen, was hier gerade gebaut wird, wie weit der Bau fortgeschritten ist, welche Geräte und Maschinen dabei benutzt werden, wie viele Menschen auf der Baustelle arbeiten?

Beschreibe einen Gegenstand

Bitten Sie Ihr Kind, sich einen speziellen Gegenstand möglichst genau einzuprägen. Das kann ein Gemälde sein, ein Stuhl, ein Blumenstrauß, ein Kugelschreiber oder ein Bucheinband. Wie ist der Gegenstand farblich gestaltet, welche Form hat er, aus welchem Material besteht er und wie fühlt er sich an? Nun soll Ihr Kind die Augen schließen und den Gegenstand aus dem Gedächtnis beschreiben. Danach soll es seine Beschreibung mit dem Gegenstand vergleichen.

Zurück in die Vergangenheit

Bitten Sie Ihr Kind, sich an einen bestimmten Zeitraum zu erinnern. Das können die letzten 5 Minuten sein, eine Zugfahrt, der Geburtstag eines Freundes, ein Urlaub oder das gemeinsame Frühstück. Ihr Kind soll nun diesen Zeitraum so genau wie möglich schildern. Es soll dabei sowohl die genaue Reihenfolge einhalten, die erinnerten Handlungen präzise schildern, als auch die Gefühle und die Stimmung wiedergeben, die es in diesem Zeitraum hatte.

Vorsicht vor Wundermethoden für Eltern

Im Internet findet man immer wieder angeblich revolutionäre Angebote, mit deren Hilfe Eltern den Kindern helfen können, sich wieder besser und länger zu konzentrieren. In einem solchen hier nicht näher benannten Programm heißt es tum Beispiel: “Ihr Kind ist im Grundschulalter noch nicht in der Lage, äußere und innere Störfaktoren wahrzunehmen, zu erkennen, auszuschalten – und eine eigene Strategie zu entwickeln, um seine Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Dabei benötigt es Hilfe von außen. Diese Hilfe können Sie Ihrem Kind jetzt ganz einfach geben: Hier ist eine neue, ganz einfache Möglichkeit, mit der Sie die Konzentrationsspanne Ihres Kindes jetzt schnell, familienfreundlich zu Hause am eigenen Schreibtisch Ihres Kindes und ohne großen Aufwand verlängern können,

  • ohne ein Seminar zu besuchen,
  • ohne an einem Extra-Kurs teilzunehmen, also
  • ohne Ihr Haus verlassen zu müssen,
  • ohne Ihr Kind zu überfordern,
  • ohne sich an feste Zeiten halten zu müssen,
  • ohne zig Konzentrations-Bücher- oder -Heftchen zu wälzen,
  • ohne eine Praxis, einen Therapeuten oder eine andere Institution aufzusuchen,
  • ohne Ihre wertvolle Zeit mit ineffizienten Übungs-Methoden zu verschwenden,
  • ohne dass Sie als Mutter oder Vater ständig dabeisitzen müssen,
  • ohne dass Sie weiteres Geld für Nachlieferungen oder kostenpflichtige Downloads ausgeben müssen.”

Unter dem martialischen Titel “Vorsicht Konzentrationskiller” landete vor kurzem eine eher kuriose Schülertypologie in unserem Postfach: “Kennen Sie das auch von Ihrem Kind? Ist Ihr Kind – statt konzentriert und aufmerksam – auch oft eher …

  • ein „Trödel-Experte“ und Rekordhalter im Erfinden von Hausaufgaben-Vermeidungsstrategien? Geht es auch „erst einmal“ länger auf die Toilette, „muss“ es dauernd etwas trinken, oder ruft es einen Freund wegen der Aufgaben an?
  • ein „Weltmeister“ in den Hausaufgaben-Disziplinen „Radiergummi- Fussball“, „Hefteckenknicken“, „Stühlewackeln“, „Stiftekauen” oder „Rechenkästchen-Ausmalen”?
  • ein „Tagträumer“, bei dem Sie oft das Gefühl haben, es hätte jemand den „Stecker herausgezogen“, weil es manchmal einfach abschaltet und in Gedanken ganz woanders ist?
  • ein „Fußboden-Arbeiter“, der gerne seine Hausaufgaben vom Schreibtisch auf den Fußboden verlagert?
  • ein „Wissens-Blöffer“, der sein „Ich habe keine Lust, das zu machen …“ mit dem unschlagbaren Argument „Ich kann das doch schon alles!“ begründet?
  • ein „Lern- und Hausaufgaben-Verweigerer“, der auch dann nichts tut, wenn Sie es immer wieder von Neuem ermahnen?
  • ein „Hausaufgaben-Soldat“, der eigentlich nur noch etwas tut, wenn er von Ihnen zum Weiterarbeiten oder Lernen den entsprechenden „Befehl“ erhält oder ständig angespornt und ermahnt werden muss?
  • ein „Schein-Fleißiger“, der zwar mehrmals den Unterrichtsstoff am Nachmittag durchgeht, sich aber selbst immer wieder ablenkt – und dem es deshalb nicht gelingt, das Gelernte richtig wiederzugeben oder eine Geschichte richtig nachzuerzählen?”

Bei einem solchen Schubladendenken muss man sich wohl wirklich fragen, ob es überhaupt “normale” Kinder gibt …

Dazu passt eine andere Werbung in meinem Postfach, in der es hieß: “Ferien für zapplige Kids – Suchen sie einen geeigneten Platz für ihr übermütiges Kind, mit unerträglicher Gewohnheiten! Hier sind sie richtig.” Und auf der Webseite, in der übrigens mit spezieller Ernährung diesen Problemen auf den kindlichen Leib gerückt wird: “Seit vielen Jahren bieten wir (ein Team von erfahrenen Vätern, Müttern und Fachleuten, im Bereich Erziehung, Therapie und Betreuung) auf dem XYZ Ferienplätze an für Kinder mit verschiedenen Handycaps. Am Anfang waren es vor allem Kids vom Typ Zappelphillip, Pipi Langstrumpf und Hans-guck-in die-Luft! Dazu gesellten sich bald Kinder ohne auffällige Verhalten, normale Laus-Buben und -Meitli. Auch Kinder die einfach für ihr Gewicht einen Kopf zu klein waren und andere, die wie ein Strich in der Landschaft erschienen. Weitere Kinder fanden den Weg zu uns mit chronischen Darmentzündungen und verschiedenen Hautallergien. Es sprach sich herum, dass unsere konsequente Ernährungstherapie (bestehend aus 100 % pflanzlicher Nahrung, zucker- und getreidefrei, 80 % davon unerhitzt – denn roh macht froh), unsere Geschichten, Wasser– und Sonnenplausch, Spiel und Bewegung in der Natur, Klänge und Gesänge und das fröhliche, unkomplizierte Miteinander eine positive Wirkung hat. Die einen Kinder wurden ruhiger und aufmerksamer, die Träumer wurden lebendiger wacher und interessierter. Einige verloren ihr zuviel an Gewicht und Andere setzten endlich ein paar neue Pfunde an. Haut wurde rosarot und samtweich und freches Blödelgeplauder wurde unnötig. Jedes Kind ist wichtig! Es trägt Verantwortung für sich das gemeinsame Wohlergehen der Gruppe. Unsere Ämtli sind anders … Aber das ist unser Geheimnis! TV, PC, Handy & Co sind bei uns kein Thema. Wir haben einfach anderes zu tun. Wir beobachten Schmetterlinge und Grillen, züchten Keimlinge, sammeln Pilze und Teekräuter, probieren feine neue Rezepte aus und erforschen die Umgebung (…)”. Übrigens soll nicht unerwähnt bleiben, dass man dort auch auf “artgerechte Haltung” großen Wert legt und diese auch auf die konzentrationsgestörten Kinder anwendet sehen möchte ;-)

Konzentrationsfähigkeit ist wie eine Sportart, die regelmäßig geübt werden muss. eine wichtige Rolle spielen dabei die Sinne: riechen, schmecken, sehen, hören, greifen fühlen all dies führt zum begreifen und verstehen. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie ihrem Kind schon in der Vorschulzeit oft die Möglichkeit bieten, ausreichend Sinneserfahrungen zu sammeln.

Machen Sie mit Ihrem Kind “Entdeckungsreisen der Sinne”: in den Wald, auf die Wiese, in den Supermarkt, in den Garten … und verknüpfen Sie diese Ausflüge mit vielen Spielideen, die die Sinne anregen. Lassen Sie Ihr Kind mit verbundenen Augen Dinge ertasten, Obst “er”-riechen, Geräusche erraten. Eine Web-Site, die viele sinnliche Spielideen enthält: Kindergarten-Workshop

Auch viele Gesellschaftsspiele fördern die Konzentration. Überhaupt wird im Spielen die Grundlage für die spätere Konzentrationsfähigkeit gelegt. Tragen Sie dabei Sorge, dass das Spielzeugangebot im Kinderzimmer überschaubar bleibt. Nehmen Sie sich Zeit, mit Ihrem Kind in ruhe zu spielen und zu basteln. Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre, ohne Fernseher, Kassettenrekorder oder ähnlicher Berieselung.

3 Regeln, um die Konzentrationsfähigkeit bei den Hausaufgaben zu steigern:

  1. Ablenkung vermeiden:
    • Sorgen Sie für einen ruhigen Arbeitsplatz
    • Nur das für die Hausaufgaben benötigte Material auf den Tisch legen
    • Lenken Sie Ihr Kind nicht mit unnötigen Fragen und Aufträgen von der Arbeit ab
  2. Zweckmäßige Hilfestellung:
    • Loben Sie richtige Lösungen sofort
    • Geben Sie nur knappe Hinweise, wenn Ihr Kind die Aufgabe nicht verstanden hat
    • Weisen Sie ganz sachlich auf Fehler hin
    • Schaffen Sie eine ruhige Arbeitsatmosphäre
    • Beherzigen Sie, dass weniger oft mehr ist, d.h. vereinbaren Sie mit Ihrem Kind eine feste zeit, bis wann es Hausaufgaben machen muss.
    • Sorgen Sie nach den Hausaufgaben dafür, dass sich Ihr Kind bewegt, möglichst im Freien
  3. Fallen Sie nicht auf Tricks rein, wie etwa:
    • auf Klo gehen müssen,
    • ein Gespräch anfangen,
    • Hunger/Durst haben,
    • im Buch blättern,
    • mit Spielsachen und Arbeitsmaterial spielen.

Wenn Sie dies beachten und gleichzeitig täglich ca. 10 Minuten gemeinsam mit Ihrem Kind Konzentrationsfördernde Spiele oder Übungen durchführen, wird sich die Aufnahmefähigkeit Ihres Kindes schnell steigern und dies bewirkt eine Steigerung des Selbstwertgefühls, der Leistung, der Aufgeschlossenheit. Ihr Kind wird sich mehr zutrauen, wird risikofreudiger, Ängste nehmen ab, es wird selbstständiger, die Fehlerzahl sinkt, Stress wird vermindert, es hört besser zu, es wird kooperativer, und es wird weniger in Konflikte verwickelt sein.

Ernährung und Konzentration/Verhaltensreaktion

Es wird zunehmend erkannt, dass das, was Eltern Ihren Kindern zu essen geben, tiefgreifende Auswirkungen auf deren Verhalten hat. Würden Sie die Ernährung Ihrer Kinder umstellen, wenn Sie wüssten, dass Sie dadurch sein Verhalten in der Schule beeinflussen könnten, sie dadurch ruhiger und glücklicher wären und dadurch umgänglicher?

Ernähren Sie Ihre Kinder so, dass sie dauerhaft mit Energie versorgt sind.

Nahrungsmittel liefern Nährstoffe, für das Wachstum und die Abwehrkräfte unseres Körpers. Sie liefern Energie für physische und geistige Aktivität. Immer mehr Kinder werden heute vollwertig ernährt. Wesentlich ist dabei, dass sie eine Kombination aus Kohlenhydraten und Proteinen bekommen, die eine dauerhafte, den ganzen Tag anhaltende Energieversorgung ihres Körpers gewährleistet. Eine vollwertige Ernährung vermeidet Ermüdung, fördert die Konzentrationsfähigkeit und sorgt für Ausgeglichenheit. Vor allen Dingen brauchen Kinder Vollkornprodukte, proteinreiche Kost wie Milchprodukte sowie frisches Obst jeden Morgen zum Frühstück.

Vermeiden Sie schnelle verbrennende Nahrung:

Zucker und mit raffinierter Zucker zubereitete Nahrung hat einen bemerkenswert unangenehmen Einfluss auf das Verhalten von Kindern: Viele von ihnen besitzen einfach zu viel Energie nach dem Verzehr solcher Produkte. Sie reagieren gereizt, hyperaktiv oder sogar aggressiv. Bluttests haben bewiesen, dass Zuckerprodukte sehr schnell Energiespitzen freisetzen und danach der Blutzucker unter das notwenige Niveau fällt, während der Körper noch mit den Folgen der Energiespitzen kämpft. So erfahren Kinder ein Absacken der Leistungskurve in der Mitte des Vormittags, können sich nicht mehr konzentrieren, werden müde und lassen sich leicht ablenken.

Vermeiden Sie chemische Zusätze, Farb- und Konservierungsstoffe

Farbstoffe und Zusätze im Essen haben komplexe und sehr individuelle Folgen. Immer mehr Kinder reagieren allergisch – in vielen Kindergärten hängen Essenspläne, die die Kindergärtnerinnen daran erinnern, welches Kind welche Nahrungsmittel nicht zu sich nehmen darf.

Unabhängig davon, wie Ihr Kind auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert sind einige Lebensmittel grundsätzlich problematisch:

Der Farbstoff Tartrazin (= E102, der für das Gelb in vielen Lebensmitteln sorgt) kann starke Hyperaktivitätsanfälle auslösen. Das Gleiche gilt für Phosphate, die in Nahrungsmitteln wie z.B.  Würstchen, Hamburgern, Käsescheibletten, Instantsuppen und -soßen zu finden sind. Tartrazin war in Deutschland nur begrenzt für Spirituosen und Liköre zugelassen. Durch die Zusatzstoff-Harmonisierung in der EU ist das Anwendungsgebiet deutlich ausgeweitet worden. (Mehr zu den  Zusatzstoffen…)

Das Einfachste ist, den Kindern morgens so viele Kohlenhydrate und Proteine anzubieten, dass sie einfach keinen Hunger mehr auf so genanntes “Fastfood” haben. Seien Sie aber nicht zu pedantisch mit dem gesunden Essen. Zwar haben Kinder auch einen besonderen Geschmack, doch ist Essen oft mehr eine Frage der Stimmung. Gewöhnen Sie Ihre Kinder daher allmählich und behutsam um.

Quelle: Lerntipp.at , Stangl-taller.at,

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