Engagierte Väter wichtig für Kleinkinder

Kinder, die in einer Familie mit einem engagierten Vater aufwachsen, sind selbstbewusster, weniger aggressiv und können fairer streiten. Das haben Kindergartenstudien gezeigt. Über die Gründe dafür spekulieren die Forscher noch.

Väter beeinflussen Verhalten positiv
Obwohl sich in den letzen Jahren schon so einiges zum Besseren verändert hat bei der Einbindung der Väter in die Erziehung, kann es gar nicht genug sein, sagt die Regensburger Entwicklungspsychologin und Bindungsforscherin Karin Grossmann. —

Denn kooperative und sich ins Familienleben aktiv einbringende Väter haben einen sehr positiven Einfluss auf das Verhalten von Kindern im Kindergarten. Das haben Studien von Gerhard Süß, einem Mitarbeiter Karin Grossmanns, an fünfjährigen Mädchen und Buben gezeigt.

“Weniger aggressiv, beliebter bei anderen”
Karin Grossmann sagt zu der Studie: “Erzieherinnen haben ein Kind, das von einem sehr kooperativen Vater in den ersten drei Jahren miterzogen wurde, als weniger aggressiv, weniger verhaltensauffällig und auch beliebter bei den anderen Kindern geschildert.”

“Während, wenn der Vater in den frühen Jahren nicht kooperativ oder einfach nicht da war, dann fanden die Erzieherinnen das Kind nicht so sympathisch. Obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch gar nicht wussten, ob der Vater aktiv für die Kinder da war, oder nicht”, erklärt Karin Grossmann.

Kinder können Streit leichter beenden
Kinder mit kooperativen bzw. engagierten Vätern waren selber auch kooperativer und umgänglicher, nicht nur beim Spielen, meint die Wissenschaftlerin.

“Sie können Streit beenden. Sie können sich streiten, sie können sich herumschlagen, sie können sich Sachen wegnehmen, aber der Streit kann beendet werden. Und nicht, dass man dann hinterher dem hinterhältig nochmal eins auswischt oder den bei der Kindergärtnerin verpetzt. Ja, man hat Konflikte, aber die kann man austragen”, so Grossmann.

Kinder fühlen sich durch Vater sicher
Eine Erklärung, warum das so ist, haben die Forscher nicht. Sie vermuten aber, dass es damit zusammenhängen könnte, dass die Kinder in der frühen Lebensphase durch die Anwesenheit eines als stark empfundenen Vaters ein großes Sicherheitsgefühl empfinden und sich daher nicht so leicht fürchten.

Der positive Einfluss von kooperativen Vätern zeigt sich auch noch in späteren Jahren bei der Stabilität von Freundschaften, die auch Krach aushalten, sagt Grossmann.

Quelle: Salzburg ORF

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