Erstes Weihnachtspostamt geöffnet

Himmelpfort (dpa) – Weihnachtswünsche von Kindern landen wieder in Himmelpfort. Die Weihnachtspostfiliale ist bundesweit die erste, die öffnet. Als Adresse reicht: “An den Weihnachtsmann”. Offiziell heißt es: Weihnachtsmann, Weihnachtspostfiliale, 16798 Himmelpfort.

“Hoffentlich krieg ich fiele Geschenke.” Der Weihnachtsmann im brandenburgischen Himmelpfort schaut über kleine Rechtschreibfehler hinweg. “Alle Kinder bekommen zu Weihnachten von mir Geschenke”, beruhigt der Mann mit weißem Bart und rotem Mantel. Am Donnerstag (11. November) wurde die Weihnachtspostfiliale offiziell eröffnet – Post kommt von Kindern aus aller Welt. —

Himmelpfort ist bundesweit die erste Weihnachtspostfiliale, die in dieser Saison öffnet. In den nächsten Tagen folgen Engelskirchen in Nordrhein-Westfalen, Himmelstadt in Bayern, in Niedersachsen Himmelpforten, Himmelsthür und Nikolausdorf sowie St. Nikolaus im Saarland.

“Die Kinder haben viele Wünsche”, berichtete der Weihnachtsmann, nachdem er die ersten Schreiben gesichtet hat. Einige trafen schon im Sommer ein. “Sie wünschen sich Spielzeug und Puppen, aber auch MP3-Player oder Videospiele.” Manche Mädchen und Jungen schicken kleine Kunstwerke: fantasievoll gemalte und mit Bildchen gestaltete bunte Collagen, akribisch sauber und fehlerfrei geschriebene Texte und sogar kleine Gedichte. Manchmal ist es auch nur eine krakelige Buntstiftzeichnung mit ein paar Zeilen von älteren Geschwistern oder Eltern.

“Nicht alles ist lustig und spaßig”, erzählte der Weihnachtsmann. “Manchmal ist ein Familienmitglied schwer krank oder das Kind muss das Fest nur mit Mutter oder Vater feiern, weil die Eltern getrennt leben. Oder das Kleine lebt in einem Heim”. In seiner Antwort – vorausgesetzt die Kinder haben ihre Adresse angegeben – versucht er dann, auf die besondere Situation einzugehen und trotzdem Frohsinn zu schenken. Und legt eine kleine Überraschung dazu. Wer bis zum 15. Dezember schreibt, erhält bis Heiligabend eine Antwort.

Erstmals schrieben 1984 zwei Kinder aus Berlin und Sachsen an den Weihnachtsmann in Himmelpfort. Da die damalige Postmitarbeiterin keinen Empfänger fand, antwortete sie selbst. Bis 1989 waren es jährlich bis zu 75 Briefe. Im Laufe der Jahre wurden es immer mehr.

Im Vorjahr trudelten etwa 280 000 Weihnachtsbriefe in Himmelpfort ein – davon 11 000 aus 125 Ländern. In mittlerweile 17 Sprachen antworten der Weihnachtsmann und seine Engel. So gehen Schreiben in Englisch, Tschechisch, Litauisch, Japanisch sowie Chinesisch und erstmals in diesem Jahr auch in Griechisch auf die Reise. Heiligabend hat der Weihnachtsmann noch einmal viel zu tun – bevor er sich etwas Ruhe gönnen kann. Im nächsten Jahr meldet er sich dann mit einem sonoren “Ho Ho Ho” aus Himmelpforten wieder zurück.

Quelle: Web.de Magazin

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