Mit Vätern rechnen

Bielefeld-Mitte. Zunehmend wollen Väter mehr Verantwortung bei der Erziehung ihrer Kinder übernehmen und nicht nur Ernährer sein. Doch stoßen sie im Berufsleben mit ihren Wunsch nach mehr Freiräumen für die Familie zumeist auf Unverständnis.
Nicht so in der Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld, die als eines der bundesweit ersten Unternehmen begonnen hat, Vätern neue Wege für eine Balance zwischen Beruf und Familie zu ermöglichen. —

Stehen bislang die Interessen der Mütter im Fokus familienfreundlicher Arbeitsplätze, weiten die Stadtwerke Bielefeld diese Angebote nun auch auf Väter aus. „Immer mehr Väter signalisieren Interesse an einer aktiven Vaterschaft“, so Karin Schrader, Gleichstellungsbeauftragte der Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld, „aber nur wenige setzen diesen Wunsch in berufliche Änderungen um.“ Hinderungsgründe seien Sorge um die Akzeptanz im Betrieb und Unwissenheit über neue Arbeitszeitmodelle. „Mit unserem Projekt „Mit Vätern rechnen“ zielen wir auf eine Unternehmenskultur, die beide Elternteile gleichberechtigt im Blick hat“, ergänzt Stadtwerke-Personalleiter Volker Wilde. „Wir wollen ein positives Klima im Betrieb schaffen, Barrieren abbauen und den Wunsch nach mehr Zeit mit Kindern erfüllen.“ Erster Schritt auf diesem Weg waren Befragungen der Führungskräfte der Unternehmensgruppe. Was denken sie über aktive Vaterschaft? Wie erleben sie Väter, die in Elternzeit gehen oder ihre Arbeitszeiten der Kinder willen reduzieren? Kann Führung mit reduzierter Stundenzahl gelingen. Ergebnisse der Befragungen, erste Überlegungen zu Angeboten und Statements von aktiven Vätern aus der Unternehmensgruppe sind in einer 20-seitigen Broschüre zusammengefasst, die die Stadtwerke Bielefeld seit Mittwoch herausgibt. Volker Wilde: „Moderne Personalpolitik hat den Menschen mit all seinen Wünschen im Blick und ist langfristig ausgelegt. Wenn wir aktive Väter Wege ermöglichen, tragen wir nicht nur zur Gleichberechtigung bei sondern verbessern auch unsere Arbeitgeberattraktivität.“

Bereits seit Jahren verbessert die Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld mit vielfältigen Maßnahmen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Sei es durch Kinderbetreuungsplätze auch außerhalb der normalen Kindergärten-Öffnungszeiten, durch enge Kontakte zu Mitarbeiterinnen in Elternzeit oder durch Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Hiermit verfolgt die Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld durchaus eigennützige Ziele, denn für viele junge Beschäftigte ist Familienfreundlichkeit bei der Arbeitgeberwahl ähnlich relevant wie das Gehalt.

Quelle: Bielefeld – Direkt

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