Kinder und Versicherungen

Eltern stellen sich oftmals die Frage: Welche Versicherungen brauchen wir eigentlich für unser Kind?

Der nachfolgende Überblick soll zeigen, wie wenig Policen es braucht, um Kinder richtig abzusichern.

Gesetzliche und private Krankenkasse

Nach der Geburt sollten Eltern erst einmal ihre Krankenkasse über den Familienzuwachs in Kenntnis setzen – denn vom Krankenhaus wird die Krankenkasse nicht automatisch informiert. Ist die Mutter Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), ist das Kind automatisch mitversichert, ist die Mutter selbstständig, kann der Nachwuchs beim Vater mitversichert werden. Bis zum 25. Lebensjahr sind Kinder über die Eltern mitversichert, wenn sie bis zu diesem Zeitpunkt noch ihre erste Ausbildung absolvieren. Bei der privaten Krankversicherung ist das Kind nicht mitversichert, hier muss für jedes Kind ein separater Vertrag abgeschlossen werden.

Haftpflichtversicherung

Ganz wichtig ist die private Haftpflichtversicherung. Bis zum Abschluss ihrer Ausbildung sind Kinder in der Regel in der Haftpflichtversicherung der Eltern mitversichert. Allerdings sind Kinder erst ab dem Alter von sieben Jahren deliktfähig, im Straßenverkehr sogar erst ab zehn Jahren. Im Klartext bleibt der Geschädigte in solch einem Fall dann auf seinem Schaden sitzen. Es gibt aber Versicherungen, die gegen Aufpreis auch Kinder bis zu sieben Jahren versichern. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn die Päns bei Freunden eine wertvolle Vase oder Uhr kaputt machen und man den Schaden bei seinen Bekannten wieder in Ordnung bringen will.

Risiko- Lebensversicherung der Eltern

Diese Police der Eltern sichert beim Tod eines oder beider Elternteile das Familieneinkommen ab. Mit einem Jahresbeitrag von etwa 150 Euro bekommt das Kind im Todesfall von Mutter und/oder Vater zwischen 100.000 und 150.000 Euro – die Höhe der Summe ist abhängig vom Eintrittsalter des Versicherten. Diese Versicherung kann im Ernstfall zumindest einen Teil des Familieneinkommens ersetzen und ist damit wichtiger als viele andere Produkte.

Private Unfallversicherung fürs Kind

Die gesetzliche Unfallversicherung gilt nur während der Betreuung im Kindergarten, in der Schule und auf dem Weg dorthin – sie gilt also nicht in der Freizeit. Dafür sollte nach Ansicht von Hajo Köster vom Bund der Versicherten eine private Unfallversicherung abgeschlossen werden: „Kann ein Kind als Folge eines Unfalls ein Leben lang nicht arbeiten, müssen die Eltern möglicherweise bis zu ihrem Tode für den Unterhalt aufkommen.“ Der Experte schränkt zwar ein, dass solche Unfälle sehr selten die Ursache für schwere Behinderungen von Kindern sind – allerdings sollten Eltern bedenken, dass die meisten Unfälle sich im Haushalt und in der Freizeit ereignen.

Private Krankenzusatz- Versicherung

Für die private Krankenzusatzversicherung für Kinder gibt es nach Meinung des Versicherungsexperten Hajo Köster nur ein wichtiges Argument: die stationäre Zusatzversicherung: „Mit einer sogenannten Rooming-in-Klausel kann ein Elternteil mit dem Filius im Krankenhaus übernachten, wenn sich der Aufenthalt im Krankenhaus länger hinziehen sollte.“

Ausbildungs- und Aussteuerversicherung:

Klingt eigentlich vernünftig: Eltern schließen für ihr Kind eine Ausbildungsversicherung ab, zahlen pünktlich die Beiträge und hoffen so, dass an einem bestimmten Stichtag die teure Ausbildung des Nachwuchses gesichert ist. Hinter Ausbildungsversicherungen verbergen sich meist Kapitallebensversicherungen, die an einem festen Termin ausgezahlt werden – zum Beispiel zum 18. Geburtstag des Filius. Und genau da liegt der Haken der Produkte: Sie sind in der Regel unflexibel, wird das Geld beispielsweise früher benötigt, dann kann das sehr teuer werden. „Für einen ganz normalen Sparvorgang, bei dem über einen längeren Zeitraum eine bestimmte Summe zurückgelegt werden soll, empfehlen wir einen normalen Sparplan mit guter Verzinsung“, rät auch Hajo Köster.

Quelle: RP-Online

1 Kommentar zu „Kinder und Versicherungen“

Nachrichtenarchiv
Networked Blogs

Thumbnail Screenshots by Thumbshots