Wenn die Tochter zum Vater zieht

Ein verzwickter Fall: Die Eltern leben getrennt, für fünf Monate verlässt die Tochter ihre Mutter und wohnt beim Vater. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, wer das Kindergeld bekommt.

Das Kindergeld ist nicht an das Sorgerecht gebunden. Es steht dem getrennt lebenden Vater zu, wenn das Kind freiwillig zu ihm zieht und er es für längere Zeit versorgt, heißt es in einem am kürzlich veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) in München (Az: III R 2/07).

Im Streitfall hatte die 15-jährige Tochter aus eigenen Stücken ihre sorgeberechtigte Mutter verlassen und war zu ihrem Vater gezogen. Erst nach fünf Monaten kehrte sie zur Mutter zurück. Die Familienkasse hob daraufhin die Bewilligung des Kindergeldes für die Mutter rückwirkend für fünf Monate auf und zahlte das Geld dem Vater aus.

Das ist richtig, wenn der Aufenthalt über einen kurzfristigen Besuch hinausgeht, urteilte der BFH. Dies sei in der Regel der Fall, „wenn das Kind seit mehr als drei Monaten bei dem anderen Elternteil lebt und eine Rückkehr nicht von vornherein feststeht“. Von einer „Entführung“ sei bei einem freiwilligen Umzug des Kindes nicht auszugehen.
Dieses Urteil ist gerecht, pragmatisch und berücksichtigt das Wohl des Kindes.
Das versteht auch jeder Nichtjurist und entspricht dem Rechtsempfinden.

Quelle: Focus

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