Freigegeben zur Adoption

In Korea läuft man dem Ideal der heilen Familie nach und verstösst daher die unehelich geborenen Kinder

Noch immer gibt Südkorea rund tausend Waisen pro Jahr zur Adoption ins Ausland frei. Wie kommt es, dass ein mittlerweile zu Wohlstand gekommenes Land dermassen viele Kinder «exportiert»?
Paradoxerweise liegt der Grund in der zentralen Stellung, welche die eigene Familie im Weltbild der Koreaner einnimmt. —

Viele koreanische Kriegswaisen gingen nach dem Ende des Koreakrieges, adoptiert von kinderlosen Paaren, ins Ausland und fanden dort ein neues Zuhause. Mit den Jahren jedoch nahm, wie zu erwarten war, ihre Zahl kontinuierlich ab, ohne dass der Strom der zur Adoption freigegebenen Kinder ganz versiegte. Immer noch verlassen jährlich annähernd 1000 Kinder das Land, ein Umstand, der inzwischen zu Debatten im Land geführt hat. Südkorea müsse sich dafür schämen, heisst es dann einhellig, so viele Kinder zu «exportieren». Die Politik wird aufgefordert, hier Abhilfe zu schaffen. Ein Land, das weder von Krieg heimgesucht noch von Armut niedergebeugt sei, dürfe nicht die eigenen Kinder scharenweise ins Ausland schicken.

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Quelle: Neue Zürcher Zeitung AG

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