Wenn die Eltern sich trennen

Meppen. Es geht nicht mehr. Die Ehe ist am Ende, das Paar trennt sich. Im Laufe einer Partnerschaft kommen viele an diesen Punkt, an dem es keine gemeinsame Zukunft gibt. Wie aber geht es dann weiter, was wird aus den Kindern?

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Emsland-Mitte will hier helfen. „Während oder nach einer Trennung gibt es häufig Probleme mit dem Sorge- oder Umgangsrecht für die gemeinsamen Kinder. Diese Situationen sind belastend für alle. Wir möchten deshalb Paare und Familien beraten und begleiten“, sagt SkF-Vorsitzende Martha Ortmann. — Ein besonderes Anliegen ist es ihrer Organisation dabei, die Eltern für die Bedürfnisse ihrer Kinder zu sensibilisieren, „damit sie mit der neuen Lebenssituation besser zurechtkommen und die Krise, die mit jeder Trennung verbunden ist, bewältigen.“

Situation der Kinder

Die statistischen Zahlen sprechen für sich. Etwa ein Viertel aller Termine, die die Beraterinnen des SkF im letzten Jahr im Zuge der allgemeinen Sozialberatung durchgeführt haben, gehörten in den Trennungs- und Scheidungsbereich. Darüber hinaus sei es auch Ziel, Betroffene, die zur Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BISS) kommen, zu Themen wie Sorgerecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht und Umgangsrecht umfassend zu beraten und vor allem für die Situation ihrer Kinder sensibilisiert zu werden.

Das neue Angebot des SkF umfasst unter anderem detaillierte Informationen zu geltenden Rechtsgrundlagen (nicht zu verwechseln mit einer Rechtsberatung). Andrea von Haugwitz, beim SkF hauptamtlich angestellte Sozialpädagogin, ist hier Ansprechpartnerin. Darüber hinaus begleitet und unterstützt sie Betroffene zum Beispiel bei Vereinbarungen zum Sorge- oder Umgangsrecht.

Die Begleitung Betroffener, die vor allem auch immer die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen im Blick hat, erfolgt auf Wunsch über eine längere Phase. Lange Wartezeiten gebe es nicht. „Wir sind da, wenn uns jemand in der Phase einer Trennung bzw. Scheidung braucht“, betonen Ortmann und von Haugwitz.

Ein ganz wichtiger Aspekt der Beratung ist die Mediation. Sie dient dazu, als unparteiische Dritte zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln und ihnen möglicherweise zu helfen, wieder ins Gespräch miteinander zu kommen. „Wir gucken dabei, welche Ressourcen, welche Basis ein Paar vielleicht noch hat, und versuchen zu vermitteln“, so von Haugwitz.

Ist ein weiteres Miteinander dennoch ausgeschlossen, versucht die Mediatorin, eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden. Gerade bei Trennungen oder Scheidungen könnten vor allem Kinder davon profitieren, wenn Umgangsregelungen in einer fairen, neutralen Atmosphäre vereinbart würden.

Eine Konkurrenz zum Angebot der psychologischen Beratungsstelle und anderen Einrichtungen sieht Ortmann nicht. „Wir nutzen die Vernetzung und vermitteln immer dann an andere Stellen, wenn es notwendig ist. Ein solches Angebot ist zum Beispiel die Schuldnerberatung“, unterstreicht die SkF-Vorsitzende.

Gesprächskreis

In Zusammenhang mit dem Thema Trennung/Scheidung bietet der SkF wieder einen Gesprächskreis an. Er findet einmal im Monat statt. Auftakt ist am 3. Februar um 19.30 Uhr in den Räumlichkeiten der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) in Meppen, Nagelshof 21 b. Thema des Kreises: „Getrennt leben, gemeinsam erziehen.“ Geleitet wird die an sechs Abenden geplante Runde von Andrea von Haugwitz. Es soll darin unter anderem darum gehen, die Betroffenen für die Bedürfnisse des Kindes zu sensibilisieren. Es soll darin zum Beispiel auch um lebenspraktische Dinge wie Familienfeste gehen, wie wichtige Bezugspersonen für das Kind erhalten bleiben und wie die Bedürfnisse des Kindes Beachtung finden.

Nähere Informationen unter Tel. 05931/984126 und www.skf-meppen.de.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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