Gebt mir mein Kind zurück !

Seit neun Monaten wartet ein mallorquinischer Vater darauf, dass er seinen Sohn wiedersehen darf. Die Mutter, eine Deutsche, hat offensichtlich das Kind entführt und sich an den Bodensee abgesetzt. Die deutschen Behörden konnten oder wollten bislang nicht helfen.

PALMA DE MALLORCA/SPANIEN (10.06.2010): Vertuschen die deutschen Behörden eine Kindesentführung? Diese Frage stellt sich der Mallorquiner José Manuel Canalejo Ochogavia seit knapp neun Monaten. Der Mann aus Algaida war mit einer Deutschen liiert, aber das deutsch-mallorquinische Paar trennte sich wieder. Das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn Gabriel wurde dem Vater zugesprochen. Wie die spanische Tageszeitung El Mundo berichtete übergab die Mutter den sechsjährigen Jungen nicht dem Vater, wie es das Gericht auf Mallorca angeordnet hatte, sondern machte sich mit dem Kleinen aus dem Staub.

Seither wartet der Vater des Kindes vergeblich auf ein Lebenszeichen von seinem Sohn. Ihm ist lediglich bekannt, dass sich die Mutter offenbar in einem Ort in der Nähe von Überlingen am Bodensee aufhält.
Anfragen der spanischen Behörden bei den deutschen Kollegen blieben bislang ergebnislos. Erschwerend hinzu kommt, dass der kleine Gabriel an einer Herzerkrankung leidet, und der Vater nun fürchtet, dass sein Sohn nicht die nötige medizinische Versorgung erhält. Anlass zu dieser Sorge gibt ihm, dass die Mutter des Kindes offensichtlich nach Deutschland zurückgegangen ist, ohne die Untersuchungsberichte des Krankenhauses Son Dureta auf Mallorca mitzunehmen. Ohne die Krankheitsgeschichte seines Sohnes sei aber eine fachgerechte medizinische Betreuung nicht möglich, sagt der Vater. Besonders befremdend für José Manuel Canalejo Ochogavia ist aber die Tatsache, dass das Amtshilfeersuchen, das über Interpol gestellt wurde, bislang zu keinem Resultat geführt hat. Die Behörden in Konstanz teilten lediglich mit, dass sie das Ersuchen an die zuständige Stelle in Überlingen weitergeleitet hätten. In einer weiteren Erklärung teilten die deutschen Behörden mit, dass man nicht verpflichtet sei, Angaben über den Gesundheitszustand oder den Aufenthaltsort des Kindes zu machen. Daraufhin stellten die mallorquinischen Behörden einen offiziellen Antrag auf Amtshilfe, was normalerweise innerhalb von zwei Monaten umgesetzt werden muss. Als auch das nichts fruchtete, wandte sich der Mallorquiner an den deutschen Konsul auf Mallorca. Dieser erklärte sich bereit, auf inoffiziellem Wege Auskünfte über den Gesundheitszustand des Kindes einzuholen. Seitdem sind weitere zwei Monate vergangen, und José Manuel Canalejo Ochogavia zweifelt immer mehr daran, dass die deutschen Behörden überhaupt helfen wollen.

Quelle: Comprendes Mallorca, EL Mundo Madrid

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