Die Mutter meiner Kinder hat für Geld geheiratet

Schweiz: Ein Vater hat seine Kinder verloren – weil auf dem Papier ein anderer Vater steht.

Lastwagenchauffeur Avni K. (32) hat 900 Fotos auf dem Handy gespeichert. Auf fast allen sind seine drei Kinder zu sehen. «Ich liebe sie über alles», sagt der Kosovare.
Die letzten Fotos der zwei Mädchen (4) und (1) und des Buben (3) sind vom 22. November 2009. «Da feierten wir bei mir daheim den vierten Geburtstag meiner älteren Tochter», erzählt Avni.
Seither sah der Vater seine Kinder nicht mehr. «Ihre Mutter verhinderte, dass sie mich be­suchen können», sagt er. Dabei war seine Welt im Jahr 2002 noch in Ordnung. Damals kam der Kosovare in die Schweiz, von Deutschland aus. «Dort arbeitete ich bereits viele Jahre. Auch hier in der Schweiz fand ich sofort Arbeit.»
Er fährt Lastwagen. Zuerst im Bündnerland, dann am Bielersee. «Ich arbeitete zuerst bis zu 18 Stunden am Tag», sagt er. Dabei ist der junge Kosovare ein Familienmensch und fühlt sich einsam. Im Internet sucht er eine Freundin.
2005 wird Avni fündig. Er stösst im Netz auf S.* (38). Auch sie ist Kosovarin, lebt in Neuenburg. «Dort holte ich sie das erste Mal am Bahnhof ab», erzählt Avni. «Dann fuhren wir nach Bern und assen in einem schönen Restaurant.»
Avni verliebt sich in seine Landsfrau. «Sie sagte mir, sie sei zwar mit einem Schweizer verheiratet, doch sie lebe getrennt von ihm.» Der verliebte Avni akzeptiert das. Doch S. sagt ihm nur die halbe Wahrheit. Zuerst.
Denn S. hatte für Geld geheiratet. Ihr Scheingatte war der Schweizer IV-Rentner Aldo A.* (48). «Dass es eine Scheinehe war, sagte sie mir erst viel später», erzählt Avni. «Ihr Bruder hatte die Ehe arrangiert – und dem Schweizer dafür 40 000 Franken bezahlt.»
Ein einziges Mal war der IV-Rentner Aldo A. in den Kosovo gereist. Nur, um S. zu heiraten. «Dann kam sie in die Schweiz. Doch die beiden lebten nie zusammen», sagt Avni.
Dafür gründet sie mit Avni eine Familie. Hat drei Kinder mit ihm. Bis letzten November. «Eines Tages kam meine Freundin mit unseren Kindern einfach nicht mehr heim», sagt Avni. Er weiss bis heute nicht, warum.
Jetzt kämpft er für das Sorgerecht. Doch Avni hat ein Problem: Offiziell ist nicht er der Vater seiner drei Kinder – sondern der Scheingatte Aldo A. Avni möchte nun einen Vaterschaftstest machen. «Ich war schliesslich bei der Geburt dabei, habe ihre ersten Schritte gesehen, ihr erstes Lächeln», sagt er traurig. «Ihren Scheinvater kennen sie doch gar nicht.» S. lebt mit ihren drei Kindern von Sozialhilfe. «Ich will nicht, dass meine Kinder so aufwachsen», ärgert sich Avni, «mit Geld vom Staat. Ich, der Vater, will für sie aufkommen!» Der Kosovare macht sich Sorgen: «Meine Kinder sind auch noch nicht integriert. Sie kennen die Schweiz noch zu wenig. Ich will auf gar keinen Fall, dass sie so aufwachsen.»

Quelle: Blick.ch

Kommentieren ist momentan nicht möglich.

Nachrichtenarchiv
Networked Blogs

Thumbnail Screenshots by Thumbshots