Was ist eigentlich das Umgangsrecht ?

Mit dem Kindschaftsrechtsreformgesetz vom 1.7.1998 wurde neben dem Sorgerecht auch das Umgangsrecht geändert. Der Gesetzgeber wollte darauf hinweisen, dass der Umgang nicht so sehr ein Recht (und eine Pflicht) der Eltern ist, sondern vielmehr ein Recht des Kindes auf Wahrung und Förderung seiner Entwicklungschancen.
Das Umgangsrecht dient dazu, den Kontakt des Kindes zu den Personen, die ihm besonders nahe stehen, anzubahnen, aufrechtzuerhalten und zu fördern. Dem Kind sollen insbesondere auch nach der Trennung und Scheidung seiner Eltern die gewachsenen familiären Beziehungen soweit als möglich erhalten bleiben. –
Der Umgang des Kindes mit beiden Elternteilen dient in der Regel immer dem Wohl des Kindes und ist von besonderer Bedeutung für seine Entwicklung. Das Umgangsrecht gibt dem berechtigten Elternteil in erster Linie die Befugnis, das Kind in regelmäßigen Abständen zu sehen und zu sprechen.
Zum Umgang gehört neben den persönlichen Begeg­nungen aber auch der Brief- und Telefonkontakt.
Auch nach einer Trennung und Scheidung soll der Kontakt zu den Personen aufrecht erhalten und gefördert werden, die dem Kind besonders nahe stehen. Aus der Bindungsforschung ist bekannt, dass Kinder von Geburt an Beziehungen zu all den Personen aufnehmen, die sich regelmäßig in ihrer Umgebung befinden. Und jede dieser Beziehungen erfüllt für das Kind eine spezifische Funktion und ist für seine Entwicklung von Bedeutung. Soweit wie möglich sollen ihm seine gewachsenen familiären Beziehungen erhalten bleiben.
Ein Umgangsrecht haben die Eltern, die Großeltern, die Geschwister des Kindes und enge Bezugspersonen des Kindes, die für das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben.
Als Eltern ist man sogar verpflichtet, den Umgang mit diesen Personen zu ermöglichen und zu unterstützen.

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