Erinnerung an die Kreuzigungsdemonstration von Mathieu Carrière

Der Schauspieler Mathieu Carrière hat sich 2006 vor dem Bundesjustizministerium für einige Minuten an ein Kreuz binden lassen. Er wollte damit für mehr Rechte von Vätern beim Sorgerecht demonstrieren.

Mathieu Carrière ließ sich 2006 vor dem Bundesjustizministerium für einige Minuten an ein Kreuz binden. Nach Veranstalterangaben waren zuvor rund 250 geschiedene Männer durch die Innenstadt gezogen. Die Demonstration wurde auch wie in diesem Jahr am 26. Juni vom Verein “Väteraufbruch für Kinder e.V. ” organisiert, der das gemeinsame Sorgerecht auch bei außerehelichen Kindern fordert. –Carrière vertrat die Meinung, dass das geltende Recht Männer eindeutig benachteilige. Dies rühre von den Rollenbildern der Geschlechter aus der Zeit des Nationalsozialismus her. Er deutete auch an, selbst betroffen zu sein, machte aber keine Angaben zu Personen oder zum Familienstand. Hintergrund ist ein seit Jahren andauernder Sorgerechtsstreit um seine Tochter. Deren Mutter verweigert ihm das Besuchsrecht und verweist auf das Recht des Kindes auf Schutz der Persönlichkeit, das durch die Gegenwart des prominenten Vaters verletzt werde. Im Jahr 2005 wurde Mathieu Carrière nach Klage der Kindesmutter zur Zahlung eines Ordnungsgeldes von 5000 Euro verurteilt: Er habe nicht verhindert, dass die gemeinsame Tochter bei einem Zirkusbesuch von Reportern fotografiert worden sei. Er weigerte sich, die Summe zu zahlen und saß dafür zehn Tage in Ordnungshaft. Vor dem Untersuchungsgefängnis fand daraufhin eine Demonstration von etwa 200 Vätern in Häftlingskleidung statt.
Die Unterstützung für das Passionsspiel von Carrière reichten von dem Bundesvorstand des Väteraufbruch für Kinder e.V. bis zu der Meldung eines aktiven Vaters aus Südafrika, der um den Umgang mit seinem Kind in Deutschland kämpft. Diese Veröffentlichung nutzten viele Trennungsväter, um sich sehr deutlich hinter die Demonstration von Mathieu Carrière zu stellen.
Politiker und Kirchen reagierten empört auf die angeblich geschmacklose Aktion, mit der der Schauspieler vor dem Bundesjustizministerium in Berlin für mehr Rechte von Trennungsvätern demonstrierte.
Edmund Stoiber (CSU) “der Übervater”, damals noch Bayerischer Ministerpräsident äußerte hierzu der Bild: „Es darf nicht alles mit Füßen getreten werden, was anderen heilig ist!“ Er verlangte hierauf sogleich härtere Strafen für Gotteslästerung. Vor Stoiber hatte bereits Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) die Kreuzigungsaktion als geschmacklos kritisiert. Doch die symbolische Aussage an die deutsche Rechtssprechung und an die ganze Nation von Mathieu Carrière war unmissverständlich: “Vater, Vater, warum hast du mich verlassen?” – “Lieber Gott vergieb ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.”

Zum Download: Interview mit Mathieu Carrière – Ein Kreuz für die Trennungskinder? 48 MB mp3

Video von der Demonstration in Berlin im Juni 2006

Quellen: Wikipaedia , Kölner Stadtanzeiger , Väterradio

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