Mütter ohne Liebe

Mütter lieben ihre Kinder. Das sagt uns jede Werbung, jeder Powerfrau-Artikel, jede Sonntagsrede. Und auf viele Mütter trifft das auch zu. Gleichzeitig leiden über 40 Prozent aller Kinder – egal wie alt sie sind – unter ihrer Mutter.
Bis in ihre Partnerschaft, ihre Berufsziele und ihre Rolle als Eltern wirkt eine belastende Mutterbeziehung nach. Und der “Mythos Mutter”, das gesellschaftliche Bild von der liebenden Mutter, hindert diese Kinder daran, die Belastung zu erkennen und zu bearbeiten.
Medien und Werbung setzen uns täglich eine heile, idyllische Mutter-Kind-Welt vor. Es gilt als ein Sakrileg, die Position der Mutter anzugreifen oder das Wesen der Mutter-Kind-Beziehung zu hinterfragen. Das vorliegende Buch strebt, jenseits der verklärenden Sicht des Muttermythos, eine sachlichere und vollständigere Wahrnehmung von Müttern und Mutter-Kind-Beziehungen an, denn es kann zu viel Verwirrung und unerkanntem Leid in der Beziehung zwischen Müttern und ihren Kindern führen, ein idealisiertes und falsches Bild der Mutter aufrechtzuerhalten. —
Zu den hier thematisierten «Unaussprechlichkeiten» der Mutter-Kind-Beziehung gehören insbesondere Aspekte wie das Eigeninteresse der Mutter am Kind, die Ablehnung der Mutterschaft und das Phänomen der Abneigung, Aggression und Destruktivität gegen die eigenen Kinder, das wohl eines der letzten großen Tabuthemen unserer Gesellschaft ist.
Neben diesen unantastbaren Tugenden leben in uns und unseren Müttern aber auch Schattenfiguren: Rabenmütter, Stiefmütter, Eisprinzessinnen, Rachsüchtige, Narzistische, Depressive oder Lebensuntüchtige.
Mütter, die ihre Kinder nicht unterstützen, sie nicht einmal mögen, denen sie zu viel oder im Weg sind.
Mütter, die sich den Bedürfnissen ihrer Kinder nicht unterordnen können oder wollen und sie als Last empfinden. Mütter, die ihre Kinder nieder machen oder sie wie Besitz behandeln.
Wütende Mütter, grausame Mütter.
Und da stellt es sich heraus, dass wir alle uns und unsere Mütter wieder erkennen in den archetypischen Frauenfiguren, die die versierte Autorin vor uns ausbreitet. Mal mehr, mal weniger, aber sie ist uns bekannt.
Da hilft kein leugnen.
Dieses Buch handelt nicht nur von problematischen Mutter-Kind Beziehungen, sondern legt vor allem Augenmerk darauf, wie sehr diesem Bindungsgeflecht von einst, auch heute noch -hinter den “Kulissen des Erwachsenseins”- Bedeutung beizumessen ist. Auffallend ist, dass aus den meisten der Schilderungen ein Umstand besonders hervorgeht: wie schleichend unerkannt sich doch Verhaltensmuster und (Über)Lebensstrategien in die Köpfe und Herzen derer eingenistet haben, die als Betroffene davon erzählen.

Man könnte sagen, da wo einer beginnt die Bedeutung seiner Mutter als “Vorbild” in Frage zu stellen, wird er unweigerlich auch seine Rolle als “Abbild” überdenken müssen . . .

Vor diesem neu ausgeleuchteten Hintergrund, erscheint so manches, das man schon hinzunehmen gelernt hat, nicht nur in einem anderen Licht, sondern die vielmals aufgezeigten Ursachen und Umstände ziehen ein alarmierendes Gefühl nach Handlungsbedarf mit sich. Das Buch rüttelt am Mythos der Mutter und thematisiert realitätsnah verborgene und verleugnete «Schattenseiten», die dem gesellschaftlichen Bild der Mutter nicht entsprechen, jedoch zur alltäglichen Realität von Kindern und Müttern und sorgenden Vätern gehören. Dabei spricht es sowohl eine breite Öffentlichkeit als auch ein interessiertes Fachpublikum an und lädt zur Diskussion ein. Sehr empfehlenswert !!!

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