Gemeinsames Sorgerecht als Normalfall

Der Väteraufbruch für Kinder e.V. fordert das nicht miteinander verheiratete Eltern das Sorgerecht ab Geburt ihrer Kinder gemeinsam ausüben. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte vor einem halben Jahr geurteilt, dass die deutsche Regelung des Sorgerechts Väter ohne Trauschein diskriminiert und ihr Grundrecht auf Familie verletzt.
Ein erster Reformentwurf wird im Herbst erwartet.

Aufgrund der elementarsten Bedürfnisse der Kinder, auch nach einer Trennung die Beziehung zu beiden Elternteilen uneingeschränkt weiterpflegen zu dürfen, setzen sich viele Väter und Mütter des Väteraufbruch für Kinder e.V. konsequent für das gemeinsame Sorgerecht für unverheiratete Eltern ein, da sonst das Kind nach wie vor leicht als Machtmittel missbraucht werden kann und auch wird. Natürlich wird es immer wieder berechtigte Ausnahmefälle geben, in denen zugunsten der Kinder das alleinige Sorgerecht beantragt werden muss.

Die gemeinsame Sorge darf aber nicht als erneuter Machtanspruch oder Machtkampf der Väter verstanden werden. Vielmehr sollten die Eltern immer, auch nach der Trennung, die gemeinsame Verantwortung für ihre Kinder beibehalten, damit diese nicht von einem Elternteil getrennt und zu Verlierern gemacht werden oder in Loyalitäts- und Solidaritätskonflikte geraten. –

Die heutige Gerichtspraxis hemmt mit ihren diskriminierenden Beschlüssen die Kommunikation der Eltern untereinander und fördert den Machtkampf zwischen den beiden Parteien. Darunter haben vor allem die Kinder zu leiden. Die gewinnende Person fühlt sich durch die Gerichte bestärkt und kann z.B. mit einer restriktiven Besuchsrechtsregelung oder durch die Verweigerung der Kinderbeziehung zum nicht sorgeberechtigten Elternteil diesem und den Kindern für Jahre tiefe Schmerzen zufügen.

Die verlierende Person hingegen muss sich in ihrem Leben ständig aus der Ohnmacht befreien oder diese verdrängen. Dazu braucht sie soviel Energie, dass sie oft kaum noch leistungsfähig ist.

Elternmachtkämpfe, welche oft auch von Anwälten und Anwältinnen unterstützt werden, sollten längst der Vergangenheit angehören. Die heutige Gerichtspraxis ist darauf angelegt, dass die Eltern ihre Machtkämpfe nach dem ordentlichen Scheidungsverfahren häufig fortsetzen. Es ist aber klar, dass nur eigene, gemeinsam erarbeitete Lösungen eine solide Basis für möglichst konfliktfreie Elternkommunikation darstellen.

Das gemeinsame Sorgerecht als Normal- oder Regelfall auch für unverheiratete Eltern schafft weder Gewinner noch Verlierer, weder Mächtige noch Ohnmächtige. Beide Elternteile behalten als gleichberechtigte Menschen ihre Elternverantwortung (Rechte und Pflichten). Sie werden so dazu angehalten, in eigener Kompetenz mit Hilfe von Fachleuten eine individuelle Lösung in Form einer Scheidungskonvention zu finden. So können auch die zukünftigen Erziehungsfragen zugunsten des Kindes auf eine faire Art gelöst werden. Besonders die Kinder können gestärkt aus einer Trennung oder Scheidung hervorgehen, wenn die Eltern respektvoll und kompetent miteinander zu kommunizieren gelernt haben.

Quelle: Väteraufbruch für Kinder e.V. , Verantwortungsvoll erziehende Väter und Mütter

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