Väter kämpfen um ihr Besuchsrecht

Gerade zu Weihnachten fordern geschiedene Väter ihr Besuchsrecht ein. Sie kritisieren, dass die Behörden bei Verstössen gegen Besuchsregelungen weitgehend untätig bleiben.
Vater, Mutter, Tochter und Sohn in Eintracht um den Tannenbaum? Nicht länger. Die heutige Familienrealität rüttelt am traditionellen Bild von Weihnachten: Fast jede zweite Ehe wird geschieden, mehr und mehr Kinder wachsen nicht bei ihren leiblichen Eltern auf. Zur Weihnachtszeit machen deshalb auch Väterorganisationen auf ihre Anliegen aufmerksam. Unter dem Motto «Weihnachten fällt aus» sind dieser Tage wieder die Weihnachtsmänner in blauen Gewändern unterwegs. Die Weissbärte protestieren gegen Missstände in der Familienpolitik. Hinter der Aktion stehen eine Vereinigung von geschiedenen Vätern. Die blauen Weihnachtsmänner. Sie beklagen, dass ihren Kindern Menschenrechte verweigert werden. —
Zumindest für viele Kinder und Väter in Deutschland fällt Weihnachten aus. Auch in diesem Jahr werden tausende Kinder wieder Weihnachten ohne ihren Vater oder ihre Mutter verbringen. Diese Väter und Mütter dürfen ihre Kinder nicht sehen und einige nicht einmal Geschenke überbringen.

Väter fühlen sich im Stich gelassen
Regelmässig erleben Väter in Deutschland, daß Mütter den Vätern nach einer Scheidung verweigern, das gemeinsame Kind zu sehen, obwohl ihnen dafür in der Regel jedes zweite Wochenende zusteht.
Die Väter freuen sich auf ihre Kinder. Wenn sie dann feststellen müssen, dass es nicht am vereinbarten Treffpunkt erscheint, ist die Enttäuschung groß. Dabei habe das Kind laut einer Unesco-Konvention das Recht auf den Kontakt zu beiden Elternteilen. Weil nach einer Trennung bislang in den meisten Fällen die Mutter das Sorgerecht über die gemeinsamen Kinder erhalte, sei ein Vater auf das Entgegenkommen seiner früheren Partnerin angewiesen.
Nicht immer aber ist diese kooperativ. Fordern Betroffene dann ihr Besuchsrecht ein, fühlen sich viele von den Behörden nicht ernst genommen. Die blauen Weihnachtsmänner üben hierüber harsche Kritik.

Sucht ein Vater Hilfe, klopft er beim Jugendamt, welches zunächst Verstösse gegen das Besuchsrecht behandelt, an. Mehr als Achselzucken habe man dort oft nicht für einen Mann übrig, der sein Besuchsrecht einfordere. Weigere sich die Mutter vehement, könne man auch nichts machen, heisse es.
In deren Bewertung, die unparteiisch sein muss, gehe es primär um das Interesse des Kindes. «Leider gibt es immer wieder Fälle, wo die gescheiterte Beziehung und die gemeinsame Elternschaft nicht auseinandergehalten werden».  Gerade die konfliktträchtigen Fälle sind in den vergangenen Jahren angestiegen. Der Väterverein “Väteraufbruch für Kinder e.V.” erlebt im Jahr sehr viele Fälle, bei welchen die Mutter das Besuchsrecht systematisch verweigert. In ganz Deutschland und auch der Schweiz beschreiben Vätervereine den Kampf für die gemeinsame Elternschaft auch als Kampf gegen den Staat. Das Besuchsrecht einzuklagen, sei so gut wie aussichtslos und nur in wenigen Fällen erfolgreich, heisst es. Das Strafgesetz sieht vor, dass beide Elternteile das Besuchsrecht gewähren müssen – bei Verstössen drohen Bussen. Doch kaum eine Mutter werde gebüsst. Das Jugendamt betont, dass die Mittel zur Intervention begrenzt seien: «Wenn eine Frau nicht will, dass ein Vater sein Kind sieht, kann man sie nicht daran hindern». «Wir können nicht eine Frau aus ihrem Haus weisen, damit der Vater sein Kind besuchen kann», «da macht kein Richter mit.» Seien die geschiedenen Väter damit unzufrieden, müssten sie politisch aktiv werden. Aus diesem Grund werden die Vätervereine trotz Erfolgen weiter lobbyieren. Man müsse gar nicht mit Menschenrechten argumentieren, in erster Linie gehe es um gesunden Menschenverstand. «Ein Kind hat ein Anrecht auf beide Eltern».

Quelle: Blaue Weihnachtsmänner

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