Kinder brauchen Musik, Spiel und Tanz

Ob Melodien aus der kleinen Spieluhr oder das beruhigende Wiegenlied. Ob ausgelassene Tänze zum Bi-Ba-Butzemann oder erste Experimente an Instrumenten wie Gitarre oder Klavier – Kinder lernen durch Musik und sie begleitet jedes Kinderleben.
Jeder Mensch ist musikalisch, ob er das weiß und sein will oder nicht! In jedem Kind musiziert es von Geburt an, jeder Mensch ist für die Musik geboren. Die Musikalität gehört sozusagen zur menschlichen Grundausstattung, sie ist wie die Sprache des Menschen immer auch Erleben, Ausdruck, Symbol, Kultur, ja Lebensexistentiell. –
Den ersten Kontakt mit Musik hat ein Kind bereits im Mutterleib. Viereinhalb Monate nach Beginn der Schwangerschaft ist das Ohr des Fötus nämlich bereits voll ausgebildet. Die Stimme der Mutter nimmt ein Ungeborenes als Abfolge verschiedener Tonhöhen wahr. Auf Klänge reagiert es, indem es sich bewegt. Im Alter von ein bis zwei Jahren imitieren Kinder Geräusche, Teile von Melodien können sie bereits mitsummen. Geradezu kreativ werden Kinder zwischen drei und fünf Jahren. Dann sind sie in der Lage Lieder nachzusingen, erfinden aber auch schon eigene Stücke.
Wenn Schulkinder musizieren, gilt es gleich mehrere Aufgaben zu bewältigen: Das Auge muss Noten lesen, das Gehirn die Informationen verarbeiten, die Hände müssen all diese Informationen umsetzen –Übungen, die die Konzentrationsfähigkeit steigern, und auch bei der Bewältigung anderer Aufgaben nützlich sind. Kinder mit musikbetontem Unterricht sind oft ihren gleichaltrigen Kameraden in Sachen soziale Kompetenz, Kreativität und sogar Intelligenz weit voraus. Vati sollte deshalb so früh wie möglich beginnen, mit den Kindern zu musizieren und zu singen.

Musische Erziehung ist einer der wichtigsten Erziehungsbereiche für Kinder, und zwar nicht erst ab der Geburt, sondern auch schon davor. Die Stimme und der Gesang der Mutter, gepaart mit entsprechenden Wiegebewegungen und Streicheln, sind für die ersten Jahre der frühen Kindheit das beste Beruhigungsmittel. Das Kind erinnert sich an die vorgeburtliche Geborgenheit im Mutterleib, in dem es gewiegt und von der Mutterstimme umhüllt wurde. Gesang ist im wahrsten Sinne des Wortes als emotionales Klangbad zu betrachten.
Musik, Spiel und Tanz sind für Kinder nicht nur unter entwicklungspsychologischen Aspekten wichtig, sondern sind als kultureller Baustein von großem Stellenwert. Die Identifikation mit der eigenen Kultur und seinen typischen Kinderliedern ist für das Selbstbild und für die Integration von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Wer sich als Erwachsener nicht auf das Spielen und Singen von “Dornröschen war ein schönes Kind” oder “Fuchs du hast die Gans gestohlen” zurück erinnern kann, dem fehlt im übertragenen Sinne ein Stück erlebte Geborgenheit aus der Kindheit. Lieder und musikalische Spiele erzeugen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und geben dem Erleben Farbe und Stimmung. Für Kinder bis zum Schuleintritt stehen unter anderem Lieder und Reime im Mittelpunkt.
Sie sollten in Kombination in Grob- und Feinmotorik und auch mit Instrumenten und Materialien angeboten werden.
Die sensomotorische Umsetzung von Musik in Bewegung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Denn die stimmige Umsetzung der Schnelligkeit und der Lautstärke von Musik in Bewegung, das Umschalten von einer Bewegungsform in die andere und das Reagieren auf Klänge und Geräusche in rhythmisch-musikalischen Spielformen fördern das Zusammenspiel der Sinne und die Entwicklung der Motorik.

Wichtig dabei ist: Die Kinder sollen nicht gleich in die Fußstapfen von Musikern treten oder zum Perfektionisten am Piano erzogen werden. Alleine die Freude am Spiel mit der Musik ist am wichtigsten.

1 Kommentar zu „Kinder brauchen Musik, Spiel und Tanz“

Nachrichtenarchiv
Networked Blogs

Thumbnail Screenshots by Thumbshots